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CULT OF LUNA - Vertikal

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Artist CULT OF LUNA
Title Vertikal
Homepage CULT OF LUNA
Label INDIE RECORDINGS
Leserbewertung
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8.9/10 (17 Bewertungen)

Endlich!! Jawohl, endlich ist man geneigt zu sagen, endlich gibt es ein neues CULT-OF-LUNA-Album. Es heißt „Vertikal“ und wie immer steht ein mehr oder minder starres Konzept hinter dem Machwerk. Dieses Mal verbeugt man sich ehrerbietig vor den betont linearen, visuellen Strukturen in Fritz Langs Science-Fiction-Meisterwerk „Metropolis“ und verleiht diesen einen musikalischen Ausdruck.

Ein äußerst passender Albumtitel dient also als Überschrift für den brandneuen Dreher und die musikalische Umsetzung desselben ist, wie nicht anders zu erwarten, nicht minder konsequent. In Zeiten, in denen in der Schnittmenge zwischen Post Metal und Doomcore vielfach vertrackte Rhythmen Einzug halten und Bands wie ISIS ihren musikalischen Horizont in Richtung melodischerer und komplexerer Arrangements erweitern (was ich hier keineswegs negativ assoziieren möchte), betonen CULT OF LUNA ihre angestammten Stärken und präsentieren einen herrlich rohen, ungeschliffenen Klotz voller tonnenschwerer Riffs und hypnotischer Monotonie. Alles wie gehabt, höre ich da schon die Lästermäuler schimpfen. Aber das stimmt natürlich nur zur Hälfte. Denn eine gewisse Weiterentwicklung im Sound ist auf „Vertikal“ durchaus deutlich zu vernehmen. Ganz passend zum Konzept werden zum Beispiel eine ganze Menge an Elektronik-Spielereien eingeflochten, die wahlweise ambient oder auch stampfend maschinell daher kommen. Auch das leistet einen wesentlichen Beitrag zu der Tatsache, dass die Schweden anno 2013 noch düsterer, bedrohlicher und kälter anmuten als sowieso schon. Damit rücken sie noch ein weiteres Stück näher an die großen NEUROSIS, die für „Vertikal“ dann auch als einziger überhaupt tauglicher Vergleich genannt werden können. Glücklicherweise bleiben CULT OF LUNA trotz aller dezenten Weiterentwicklungen stets ihrer Linie treu und im Endeffekt eben doch jederzeit unverwechselbar. Was vor allen Dingen darauf zurück zu führen ist, dass sie es wie niemand sonst verstehen, die Gratwanderung zwischen feindseliger Eiseskälte und anheimelnder Wärme, die einen immer wieder einlullt, zum wahren Parforce-Ritt werden zu lassen. Wie bisher jedes CULT-OF-LUNA-Album braucht auch „Vertikal“ wieder eine gewisse Zeit, um seine volle Erhabenheit zu entfalten, aber gibt man ihm diese Zeit, steht man am Ende ehrfürchtig vor einem Meisterwerk, das seinesgleichen sucht.

Fazit: CULT OF LUNA entwickeln sich mit „Vertikal“ langsam aber sicher zum Maß aller Dinge, wenn es um postmodernen Doom-Sound geht, der einem vor dem lauschigen Kamin auf dem Bärenfell das Blut in den Adern gefrieren lässt. Das ist weit mehr als nur großartig und ringt mir an dieser Stelle die Höchstnote ab. Empfehlenswert ist der Genuss des Albums übrigens in einer horizontalen (sic!) Körperhaltung.

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