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CUMULO NIMBUS - Totensonntag

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Artist CUMULO NIMBUS
Title Totensonntag
Label BLACK BARDS
Leserbewertung
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8.5/10 (8 Bewertungen)

Die seit dem Jahre 2000 existierende Formation CUMULO NIMBUS aus dem bayrischen Landsberg dürfte vielen Fans der Szene bereits bekannt sein. Von Anbeginn hatten sich die Musiker der mittelalterlichen Metal-Musik beschrieben. Und das in ihrer ganz eigenen Interpretation. So sprechen sie ganz bewusst nicht von Mittelalter- sondern von Renaissance-Metal, denn der Begriff der Renaissance ist gleich doppelt belegt: einerseits im Sinne des Mittelalters, was in der Musikszene anhand von Drehleier, Dudelsack und anderen mittelalterlichen Instrumenten festgemacht wird, und andererseits im Sinne von „Wiedergeburt“ des Heavy Metal der 80er Jahre. Letzteres führt zu den eigentlichen Wurzeln dieser Band, die seit ihrem Bestehen auf über 200 Konzerten und Festivals wie Mittelalter Rockt Die Burg, WGT und Wacken Open Air zu erleben waren und bereits neben anderen namhaften Bands dieser Szene (u.a. SUBWAY TO SALLY, SCHANDMAUL, HAGGARD, SALTATIO MORTIS) ihre metallenen Arrangements auf historische und moderne Art und Weise zum Besten gaben. Der Einsatz der vielen unterschiedlichen Instrumente verleiht den Stücken ein besonderes und vielseitiges Klangbild und prägnante Riffs. Alleine deshalb heben sie sich schon von anderen „nur“-Metallern ab, toppen dies aber noch durch die ausschließliche Interpretation deutscher Texte, die allesamt aus der Feder des Frontmanns Mathis Mandjolin stammen. Nach ihrem Demoalbum „Minne, Met und Moritaten“ im Jahre 2002 legen sie nun ihr drittes Album nach mit dem bezeichnenden Namen „Totensonntag“, auf welchem in metaphorischer Weise hauptsächlich vom Tod erzählt wird.

Das Intro „Dämmerung“ gibt zunächst die dunkle Stimmung an. Alles erinnert an einen Friedhof: der Klang der Kirchenglocke, platschender Regen, ein knarrendes Tor, knallendes Gewitter und Orgeltöne von Bach. Doch nach 45 Sekunden ist dieser Spuk vorbei und die mit dem „R“ rollende Stimme von Mathis übernimmt mit „Carpe Noctem“ den dunklen Tanzplatz und macht mit schwungvollem Sound die Nacht zum Tage. Nicht nur der Einsatz von Flöte und Violine, sondern auch die mittelalterlichen Tonfolgen lassen hervorragend die Stilrichtung der Band hervortreten. Peitschende Riffs der E-Gitarren, der Takt des Schlagwerks und ein tonangebender Shout holen den „Knochenmann“ auf die Bühne, der in seiner verschwörerischen Erzählweise von der Scheinheiligkeit berichtet. Schwer und getragen leitet das Schlagwerk den „Totensonntag“ ein, wird dann von den Gitarren begleitet, bis mit einer fast sanften Melodie die Geschichte vom Totengräber erzählt wird. Die volle Gewalt kracht dann im choralen Refrain auf den Hörer ein und gestattet immer wieder einzelnen Instrumenten ein kleines Zwischenspiel. In die Welt der Märchen und Sagen führt der Track „Alte Mühle“, denn während ein Bach an einem Mühlenrad plätschert, erzählt eine kauzige Stimme von dem Versprechen, welches ein Mädchen ihrem Liebsten gab. Doch gerade ist der Vers zu Ende gesprochen, da hämmern die Gitarren und das Schlagzeug so schnell wie in keinem anderen Lied zuvor. Während die Riffs den Rhythmus vorgeben, spielen im Hintergrund einzelne historische Instrumente mittelalterliche Tonfolgen. Doch dann kurz vor dem Ende wieder eine Kehrtwende zum Volkslied, in welchem die Liebste, gesungen von Carolynn, zu Worte kommt. Sanft-melodische Mandolinen leiten das Lied von den „Blutroten Segeln“ ein. Wenn überhaupt von Balladen auf diesem Album gesprochen werden kann, dann ist es dieser Titel, der an phantastische und mittelalterliche Welten und an so manchen Song von BLACKMORE’S NIGHT erinnert. Wogende Wellen, die an den Strand gespült werden, begleitet von Streichern leiten „Irrfahrt“ ein, den Übergang zwischen dem vorhergehenden Song und „Flüssig Gold“ , ein schnelles Trinklied aus kräftigen Seemannskehlen, welches in weiten Teilen von einer schnellen Violine bestritten wird. Einmal auf dem Meere angekommen geht es mit „Stadt unter Wasser“ im flüssigen Gefilde weiter. Mit diesen teilweise melancholischen Sequenzen eines Menschen, der im Freitod seine Zukunft sieht, kehrt das Album zu seinem schwermütigen Thema zurück. Gezupfte Akustik und mittelalterliche Flöten leiten das „Erbarmen“ ein, welches immer tosender und donnernder wird und schließlich harten Riffs und Bass-Attacken ausklingt. Klasse Einsatz der Geige mit ihren echoähnlichen Spritzern während des Refrains. Mit dem Rock´n Roll „Aderlass“, welches als Live-Video als Bonus auf dem Silberling enthalten ist, wird ein schneller Abschluss des geboten, der erneut alle Register der instrumentalen Vielfalt bietet.

Schneller und harter Sound, mit guten deutschen Texten, die das Thema des Albums wiedergeben. Eine Band, die nicht erst zum Metal geführt wurde, sondern von dort kommt. Der Einsatz von Geräuschen, welche die Stimmung der einzelnen Tracks und des gesamten Albums unterstreichen, ist eine Besonderheit, die ebenfalls nicht von vielen Bands angeboten wird und dazu beiträgt, dass man die Fanschar noch vergrössern wird. CUMULO NIMBUS machen neugierig auf das, was noch kommen mag.

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