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CURSE - Uns

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Artist CURSE
Title Uns
Homepage CURSE
Label INDIE NEUE WELT/ GROOVE ATTACK
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

CURSE. Hat den deutschen HipHop jahrelang nicht ohne Grund geprägt – mit „Feuerwasser“, „Von Innen nach Aussen“ und „Innere Sicherheit“ sorgte er für Rapmusik mit Tiefgang. Doch seit 2008 wurde es still um den Mindener Rapper. Familie & Kinder und ein Job als Radiomoderator liessen CURSE die Zeit vertreiben. Mit „Uns“ legt er nun sein „Comeback“ vor.

CURSE hat sich einen Bart zugelegt und auch die Mittdreissiger sind an ihm nicht spurlos vorüber gegangen. Was aber sicher kein Grund ist, dass der Opener „Tatooine“ sich so schwerfällig in CURSEs Reimen windet. Seine prägnante Sprechstimme wirkt erst bei „Millionen mal schon“. Eine tiefsinnige Ode an das Vater & Sohn-Verhältnis, gebettet in ein Electrobeatorchester, das ebenso wie das folgende „Wir brauchen nur uns“ einen Erste-Reihe-Platz im Kopfkino reserviert hat. Mit Pianountermalung begibt sich CURSE auf Popmusikpfade und sinniert über die Zweisamkeit, Gedanken welche er mit „Du träumst wie ich“ noch weiter spinnt. Chartkompatibel lässt sich CURSE den Refrain durch weiblichen Gesang veredeln. Sein Sprechgesang bleibt teilweise das letzte Bruchstück Rapmusik, das hier erhalten bleibt. „Ende“ wagt dann den endgültigen Bruch, mit Fibi Ameleya als Begleitsängerin wirkt CURSEs Einsatz wie eine Predigt. Die sich mit wenigen, aber wohlgewählten Worten, manifestiert. „Sie Fallen“ und „Herz zurück“ bleibt dem Popmusikmotto treu, erstgenannter Titel als pianoschwangere Ballade und zweiterer als munterer Handclaptitel, der mit Bläsereinsatz den Gehörgang freispielt. Vollkommen abseits des Konzepts wirkt „Kristallklarer Februar“ als minimalistisches Meisterwerk. CURSE blüht zu altem Können auf – Worte wie gemeisselt, tiefsinnig und emotional geladen betrauert er hier einen verlorenen Freund.

„Uns“ ist nicht mehr als Rap- oder gar HipHop Album anzusehen. CURSE hat sich musikalisch “wertigerem” zugewandt, was seinem ruhigen, nachdenklich stimmenden Reimflow aber auch zugute kommt. Allerdings wirken manche Pianountermalte Titel wie „November“ gar schwerfällig und benötigen schon ganz großes Soundkulisse, um sich ihre Umdrehungen im Gehör zu sichern.

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