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DAHMER - The Studio Sessions – Discography

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Artist DAHMER
Title The Studio Sessions – Discography
Homepage DAHMER
Label GRIND IT! RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Jeder deutsche Halbgebildete kennt mittlerweile die Geschichte von Jeffrey Dahmer, der vor ein paar Jahren in USA junge Männer in seine Wohnung lockte, sie missbrauchte und nachher zerstückelte, oder auch andersherum. Dafür wurde ihm später im Knast von einem Mitgefangenen die Kehle durchgeschnitten, so dass die kanadische Grindcore Band DAHMER nun seinem Namen huldigen kann. Allerdings tut sie das seit Anfang 2000 nicht mehr, denn da hat sie sich schon wieder aufgelöst. 1995 gründeten Seb und Yvan die Kapelle und nahmen das erste Demo sogar noch ohne Bass auf, bevor Fred das infernalische Trio komplettierte. Weitere Studiogänge folgten, aber nicht der große Durchbruch. Immerhin schaffte man es, den Ruf der besten kanadischen Grindcore-Band zu ergattern, was nicht viel heißen muss, denn ich kenne sie z.B. nicht.

Die aktuelle posthume Veröffentlichung enthält alle Studiotracks, die DAHMER je aufgenommen haben, das sind 62 Songs mit 76 Minuten Spielzeit. Man kann sich also vorstellen, dass hier nicht doomig gescheppert wird. Unabhängig von der Güte der Musik möchte ich schon mal voranstellen, dass 76 Minuten Grindcore eindeutig zu viel des Guten sind. Die Lieder kann man eh kaum auseinanderhalten, höchstens an den unterschiedlichen “production values”, welche im allgemeinen aber ganz ok sind. Wenn man die Liedernamen betrachtet, kommen einem sofort die lieben Menschen von MACABRE in den Sinn, denn auch hier ist fast jeder Song einem Massenmörder gewdimet, darunter der bekannte “Unabomber”, Henry Lee Lucas (Vorbild des entsprechenden Films mit Michael Rooker) und sogar der deutsche Peter Kürten (der “Vampir von Düsseldorf”). Andere Stücke befassen sich einfach nur mit den Widrigkeiten unserer bösen Welt.

Leider kann man die Texte kaum verstehen, aber das war auch nicht zu erwarten. Wie so oft beim Grindcore gibt es zwei Stimmarten, die tiefe grunzende und das hohe hysterische Geschrei. Musikalisch begeht man zum Glück nicht den Fehler, nur drauflos zu holzen. Es gibt einige groovige Parts, welche doch für etwas Abwechslung im Unterholz sorgen. Das Ganze besitzt einen netten semi-dilettantischen Charme, die Scheibe ist lediglich um einiges zu lang. Für Grindcore-Fans und Massenmörder-Fetischisten, die immer sehnsüchtig auf neuen Output von MACABRE warten, eine sehr gute Alternative mit schönem Cover. Mittlerweile haben die Musiker eine neue Kapelle mit dem Namen FIST FUCK! am Start…

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