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DAILY THOMPSON - God of Spinoza

Artist DAILY THOMPSON
Title God of Spinoza
Homepage DAILY THOMPSON
Label NOISOLUTION
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Letztes Jahr haben DAILY THOMPSON ihre vierte Langrille „Oumuamua“ rausgehauen, jetzt steht bereits der fünfte Streich „God of Spinoza“ in den Startlöchern. Da coronabedingt Konzerte mehr oder weniger flachgefallen waren, hatten sich die drei Dortmunder*innen wohl gedacht, dass sie sich, wenn schon nicht auf der Stage, dann doch wenigstens im Proberaum und Tonstudio austoben könnten.

War „Oumuamua“ heavy, spacig und hypnotisch, ist „God of Spinoza“ durchaus auch von 90er-Jahre-Alternative und schwerem Psychedelic-Blues geprägt. Dabei fungiert der massive Opener, die erste Single „Nimbus“, noch als Bindeglied um 2020er-Longplayer, während die zweite, energiegeladene Auskopplung „Cantaloupe Melon“ eindeutig von neuen Einflüssen geprägt ist. Der weibliche Gesang von Bassistin Mercedes Lalakakis lässt Kim Gordon von SONIC YOUTH vor dem geistigen Auge erscheinen, wohingegen der nachfolgende Titeltrack „God of Spinoza“ erneut schwere Geschütze auffährt und sich wohlig in des Hörers Hirnwindungen grummelt. Derweil mäandert das staubtrockene „Golden Desert Child“ in bester Desert-Blues-Manier durch die Gehörgänge, ehe das knackige „A Girl Like You“ mit dem Seattle-Grunge liebäugelt und irgendwie auch die Koblenzer Indie-Institution BLACKMAIL gar nicht so fern scheint. „Muaratic Acid“ übernimmt mit markanten Gitarren und schickt dergestalt auch eine gute Portion ALICE IN CHAINS und SOUNDGARDEN durch die Boxen. Der rotzige „Midnight Soldier“ ist einstweilen auf einem krachenden Ritt durch die Nacht unterwegs, bevor „I Saw Jesus In A Taco Bell“ zum opulenten Blues- und Stoner-Finale anhebt.

Mercedes und ihre Mannen Danny Zaremba (Gitarre & Gesang) sowie Matthias Glass (Drums) beweisen mit „God of Spinoza“, dass die Nineties musikalisch betrachtet gar nicht so ein schlimmes Jahrzehnt waren. Die Grunge-Anleihen im Sound der Ruhrpott-Mucker*innen passen perfekt zum DAILY-THOMPSON-Style, der dieser Tage weniger spacig, aber definitiv nicht weniger hörenswert ist.

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