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DAMAGE THRESHOLD - Four Of A Kind

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Artist DAMAGE THRESHOLD
Title Four Of A Kind
Homepage DAMAGE THRESHOLD
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

Das Hardcore-Projekt DAMAGE THRESHOLD aus dem Großraum Nürnberg hat, obwohl man sich offiziell erst 2007 gründete, eine Vergangenheit, die bis in die späten Neunziger zurückreicht. Im Fokus stehen Gitarrist Kai und Drummer Simon, die anfangs unter dem Banner RAWSIDE unterwegs waren. Nach Auflösung und anschließender Reunion krallte man sich Brüllfrosch Butch von SPITE und SUNBURN-Bassist Jürgen, dessen Banderfahrungen als einzige nicht direkt im Hardcore wurzeln, und prompt stand auch schon die aktuelle Besetzung fest. Wieder heiß darauf, harte 90er-Mosher unters Volk zu bringen, verschanzt man sich Ende 2008 im Studio. Ein knappes halbes Jahr darauf steht es dann auch fertig in den Startlöchern: das Debüt „Four Of A Kind“.

Da die Jungs eh nicht darauf abzielen, die nächste große Hardcore-Revolution ins Rollen zu bringen, ist es beinahe überflüssig zu erwähnen, dass man hier mit altbekanntem Material auffährt. Das klingt dann im Endeffekt nach einer Menge Oldschool mit flotten Twostep-Rhythmen im Gepäck. Die 100%ige Hardcore-Show mit Bewegungsfaktor 35 dürfte damit schon weit im Voraus gepachtet werden. Gleich im ersten Track „Another One“ treffen flinke Powerchord-Riffs auf groovige Tanzparts. Von einem finalen vernichtenden Breakdown wird man prompt in den Titeltrack geschubst. Crowdshouts vereinen die Hardcorer am Mikro, bevor wieder groovig zu taktvollen Basstönen die Arme gerudert werden dürfen. Das etwas langsamer voranschreitende „The Hamster Is Dead“ bringt ein wenig SICK OF IT ALL ins Spiel: ziemlich truer Stampf-Hardcore entfacht ein verschlepptes Oldschool-Happening der besonders tanzbaren Art. „Come On Liars“ geht danach mit direkter Message und wieder mehr Tempo nach Vorne und auch das drumlastige „Never Again“ muss sich hinter seinen kleinen und großen Brüdern nicht verstecken. Man driftet zeitweilig ein wenig in Richtung Beatdown ab, obwohl sich die Nürnberger wohl eher ungern mit der dazugehörigen Szene identifizieren lassen. Nach fünf Tracks beendet der sechste dann frühzeitig das viertelstündige Spektakel. Laut Titel müsste ich mich jetzt auf den besten Song der Platte freuen. „Save The Best For Last“ legt wahrhaftig mit einem ausdrucksstarken Gangshout erneut deftig los. Irgendwie stolpert die Nummer am Anfang unbeholfen daher, fängt sich aber zum Schluss wieder in einem derbe coolen Groove.

Ob DAMAGE THRESHOLD das Beste nun wirklich bis zum Schluss aufgehoben haben, lege ich mal mit ruhigem Gewissen ins Auge des Betrachters. Auf rein sachlicher Ebene beurteilt haben wir hier eine rauhe, handfeste Produktion und sechs Hardcore-Böller, die hauptsächlich mit Speed immerzu vorwärts geknüppelt werden und auch bei mir untruem Nicht-Hardcorer Anklang finden. Den 16-Minuten-Durchmarsch für knappe acht Euro zu verkaufen halte ich allerdings für etwas gewagt. Sonst ist doch „Value-For-Price“ immer ein Thema im Punk-Underground. Ein paar Minuten Gehör haben die Nürnberger dennoch verdient. Vorallem HC-Guys und Oldschoolern sei dies Stück Musik empfohlen, welches idealerweise anschließend exzessiv vor der Stage betanzt und gefeiert werden sollte.

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