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DAMN SEAGULLS - Hunting Season

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Artist DAMN SEAGULLS
Title Hunting Season
Homepage DAMN SEAGULLS
Label FULLSTEAM
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Alle Metal Fans – und natürlich auch alle anderen Anhänger interessanter/ richtig gut gemachter Musik – die mal abseits der metallischen Pfade wandeln, offen für Neues sind und nicht unbedingt Musik brauchen, die sich in eine Schublade stecken lässt, mal fix die Ohren gespitzt. DAMN SEAGULLS aus Finnland haben mit „Hunting Season“ ihr drittes Album und damit einen wirklichen Leckerbissen auf die Musikwelt zugelassen und damit ohne Zweifel die Jagdsaison auf neue Hörer eröffnet – die sicherlich ziemlich erfolgreich enden wird!

Das finnische Label Full Steam Records hat seit jeher den Ruf, seine Künstler besonders sorgfältig auszusuchen, insofern verwundert es schon mal nicht, dass eine solche Band dort ihr zu Hause gefunden hat – unter anderem sind dort auch CALLISTO oder DISCO ENSEMBLE beheimatet. Der Produzent von letztgenannter Band, Miikka Koivisto zeichnet sich auch beim hier vorliegenden Album für die Produktion verantwortlich. Die verdammten Seemöven vereinen scheinbar mit spielerischer Leichtigkeit verschiedenste Genres und kreieren eine ziemlich eigene Mischung irgendwo in der Schnittmenge von Rock und Pop mit einem Schuss Soul und weiteren Einsprengseln – jedenfalls sträuben sie sich ziemlich erfolgreich dagegen, sich in eine Schublade stecken zu lassen. Obendrein hat dieses Gebräu einen unverkennbaren Beigeschmack finnischer Melancholie. Stellenweise fühle ich mich da ein wenig an die Schweden von KENT erinnert, aber ansonsten fällt es schon schwer, Vergleiche zu ziehen. Aber genau das haben sich die Finnen wohl auch zum Ziel gesetzt, progressiv, abseits jeglicher Konventionen und trotz allem stilsicher. Stilsicher – gutes Stichwort, da sollte auch das schnieke Digipack direkt mal lobend erwähnt werden – gedruckt auf mattem Papier, mal kein Hochglanz und der Booklet-Inhalt ist auf „alt“ getrimmt, mit Kupferstichzeichnungen, und die beiden Bären auf dem Cover stehen wohl stellvertretend für den bärenstarken Sound, den sich die Jungs da aus dem Ärmel schütteln.

Trotz allem weiß ich immer noch nicht genau, was mich an dieser Scheibe direkt derart begeistert hat. Nach dem kurzen Intro „Lord Of The Flies“, bleibt man sofort vom ersten Song „Novus Ordo Mundi“ an garantiert vor der Anlage sitzen, bis zum letzten Ton – eine fesselnde Mischung, die ich so bestimmt nicht erwartet hätte! Hier ertönt eine Orgel, da ein paar Bläser alles unterlegt von ordentlich Gitarren, begleitet von einem Sänger, der zu überzeugen weiß mit seiner mal rauen, mal seichten, aber immer melodischen Stimme. Ausflüge in eher poppige Gefilde gibt es mit „Dead Pidgeons“ oder „Libertine“ auch, aber nie ohne die rockenden Gitarren ganz Außen vor zu lassen. Alles in Allem wäre wohl jeder Song für sich genommen radiotauglich – das sollte jetzt aber Niemanden abschrecken, denn 08/15 Radio-Dudel-Songs spielen die Finnen auch wieder nicht, abgesehen davon, sind sie in unseren Breitengraden wohl so oder so noch zu unbekannt.

Im Prinzip bleibt einem bei den Jungs wirklich nichts anderes übrig, als sich die Scheibe anzuhören. Eine empfehlenswerte Sache für alle, die mit offenen Ohren an neue Musik herangehen und die, die einfach mal gerne über den Tellerrand schauen wollen. Das ist jedenfalls mal Alternative Musik jenseits ausgelatschter Pfade.

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