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DANIEL SCHUHMACHER - Diversity

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Artist DANIEL SCHUHMACHER
Title Diversity
Homepage DANIEL SCHUHMACHER
Label QQ5/ ROUGH TRADE
Leserbewertung
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6.9/10 (8 Bewertungen)

Die Halbwertszeit von DSDS-Gewinnern ist bekanntermaßen eher überschaubar, da überrascht es fast schon, vier Jahre nach dem Titel noch etwas von DANIEL SCHUHMACHER zu hören. Inzwischen ist der 26-jährige allerdings auch Dieter Bohlen & Konsorten entkommen und schreibt seine Songs selbst. In diesem Sinne veröffentlicht er jetzt mit „Diversity“ sein erstes – nennen wir es mal – eigenes Album.

Mit von der Partie war bei der Produktion u.a. die britische Synthie-Kapelle MIRRORS, deren Einflüsse durchaus zu hören sind. Allerdings ist das Keyboard-Geklimper auf „Diversity“ deutlich belangloser, als man das von den Engländern bei ihren eigenen Liedern kennt. Die erste Single-Auskopplung „Rolling Stone“, die auch den Longplayer eröffnet, ist nett anzuhören, aber leider ohne jeden Tiefgang. Dieser Eindruck wird vom leicht orientalisch angehauchten Dancetrack „Gold“ verstärkt und ob noch jemand das Falsett-Gekrähe auf „Heart of Stone“ hören möchte, wage ich zu bezweifeln. „Dim The Lights“ besticht durch harmloses Radiogedudel, während „Touch Me“ und „Why Do I Cry“ mit gewollter Dramatik an den Nerven zerren. Zu Gute halten muss man Herrn Schuhmacher, dass er sich auf Balladen versteht, wie er mit der Piano-Nummer „Doleful“ beweist. Für „Propaganda“ taucht Daniel noch einmal tief in den Eighties-Plastik-Pop ein, bevor „Take The Silence“ mit souligen Versatzstücken abermals ans Klavier bittet und sich dankenswerter Weise auf das Wesentliche beschränkt. Dafür gibt es mit „Fluctuating Mood“ noch einmal eine Synthie-Breitseite und auch „Over“ hat außer austauschbarem Keys-Einerlei und Eierkneifer-Gesang wenig zu bieten. Das austauschbare „Vertigo“ wird vermutlich außer einem DANIEL-SCHUHMACHER-Hardcore-Fan niemanden hinterm Ofen hervorholen. Da kann dann am Ende auch die Neuauflage von „On A New Wave“ nichts mehr retten.

Nun denn, würde der gelernte Industriekaufmann wenigstens die Ausflüge ins Falsett lassen, könnte man ihm zumindest stimmlich nichts vorwerfen. Weshalb er unbedingt die Eighties mit dem musikalischen Müll wieder aufleben lassen muss, den auch vor 25 Jahren niemand brauchte, sei dahingestellt. Das KISS-Shirt, das DANIEL SCHUHMACHER auf der Rückseite seiner CD trägt, wirkt auf jeden Fall ziemlich fehl am Platz. Und Vielfältigkeit sucht man auf „Diversity“ ebenfalls vergeblich. Die Fans, die sich der Süddeutsche bereits durch die Casting-Show und seine unzähligen Live-Gigs erarbeiten konnte, mögen mit der Platte was anfangen können, reißenden Absatz wird der Silberling jedoch kaum finden.

2 Kommentare

  1. Markus M. sagt:

    ..uiuiui da hat wohl jemand nicht richtig reingehört in das Album und leider fehlt es dem Schreiberling auch ein wenig an Respekt für die Arbeit von anderen Menschen.
    Es ist schon einmal eine Leistung die Songs einer ganzen Platte selbst zu schreiben, machen nicht viele.
    Dieser Artikel tropft nur so von Vorurteilen gegen Castingshow Kandidaten … und insbesondere von DSDS-Gewinnern.
    Nicht immer kann jedem alles gefallen, das ist schon richtig. Aber wenn man meint man ist befähigt eine Kritik zu schreiben, dann sollte man das auch korrekt und ohne Vorurteile tun.

  2. Renania sagt:

    Dies ist zwar die bisher negativste Kritik die ich zu dem Album gelesen habe, aber dennoch denke ich wird Daniel damit leben können.
    DSDS-Gewinner nach 4 1/2 Jahren, eigentlich noch vor Ablauf des ersten Jahres weggetextet, ist immerhin noch da.
    Ich mag die eigenen Songs sehr gerne, vor allem aber natürlich „live“ und hatte auch vor zuviel „Elektro“ so meine Bedenken.
    Nun ist Musik Geschmacksache, da bin ich allerdings anders als der Verfasser dieses Beitrages angenehm überrascht, ich höre „DIVERSITY“ gerne und oft und mag je nach Stimmung den einen oder anderen Songs lieber. DOLEFUL war schon immer ein toller eigener Song und nur mit Klavierbegleitung kommt die Vielfältigkeit von Daniel´s Stimme sehr gut zur Geltung.
    Immerhin hat er wohl nicht nur die FANs begeistern können, denn die TOP 100 zu erreichen 4 Jahre nach dem Gewinn ohne Airplay (gibt es für DSDS-Gewinner oder Teilnehmer selten) ist schon eine tolle Geschichte – auch „Rolling Stone“ als Maxi-CD hat dies geschafft. Das können nicht die nach dem Hype verbliebenen FANs regeln, das ist logisch, also alles richtig gemacht – weiter so !!!

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