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DANKO JONES - B-Sides

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Artist DANKO JONES
Title B-Sides
Homepage DANKO JONES
Label BAD TASTE RECORDS
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Das vierte Studioalbum „Never Too Loud“ hat vor nicht mal einem Jahr das Neonlicht der Plattenläden erblickt, da hauen die Kanadier die nächste Langrille mit satten 27 Songs und fast 70 Minuten Spielzeit raus. „B-Sides“ enthält Songs aus der gesamten Karriere der Band, die zwischen 1997 und 2008 aufgenommen wurden und vielfach bislang unveröffentlicht waren. Daneben gibt es noch einen brandneuen Track der bösen Garagenrocker, die im März auch wieder live auf bundesdeutschen Bühnen stehen werden.

Im Grunde könnten Danko Jones, John Calabrese und Dan Cornelius den Silberling in ihren Konzerten einfach einmal rauf und runter spielen. Die erforderlichen Livequalitäten bringen nämlich sämtliche Nummern mit, manche sind auch jetzt schon ausgesprochene Live-Stomper, wie etwa „Sugar High“ (im letzten Jahr als Bonus Track auf dem Digipak von „Never Too Loud“ erschienen) und „First Date“ (war 2006 eine Singleauskopplung in den Staaten, wo die Frage, ob man beim ersten Date auch schon küsst, sicher von elementarer Bedeutung ist – ich finde den Song einfach nur im besten Sinne dreckig). Wem bislang die selbstbetitelte „Danko Jones“-EP aus dem Jahre 1998 im Plattenschrank fehlte, wird mit „B-Sides“ ebenfalls bestens bedient. Zwar ist „Sugar Chocolate“ hier nicht mit von der Partie, aber „Never Again“, „Big Bed“ (war später noch mal auf „I’m Alive And On Fire“ zu hören), „Fucked Up“ (außerdem 2004 B-Seite bei „Play The Blues“) und „Hit Song“ vermitteln einen guten Eindruck, wie sich DANKO JONES vor etwas mehr als zehn Jahren anhörten. Auch damals stand rotziger Garagenrock im Vordergrund, allerdings sind die Bluesanteile im Vergleich zu neueren Stücken deutlich höher. Insgesamt sind die Songs jedoch ausgesprochen zeitlos, weshalb es ein „Uralt“-Track wie „I Like To Ball“ neben der High-Speed-Nummer „Take Me Out On A Stretcher“ auch problemlos auf die B-Side von „I Want You“ (ausgekoppelt aus „We Sweat Blood“) schaffte. Besonders erwähnenswert ist hier der fette Bass von Mr. Calabrese, der sich auch bei „My Problems (Are Your Problems Now)“ wiederfindet. Ein Stück, das für DANKO_JONES-Verhältnisse ungewöhnlich melodiös ist und es vielleicht deshalb nicht auf der „Never Too Loud“ angesiedelt ist. Mit seiner punkigen Attitüde hätte das druckvolle Lied dort durchaus seinen Platz gefunden. Ein ähnliches Schicksal hat „RIP R.F.T.C.“ erfahren, das bisher nur als iTunes-Bonus-Track der letztjährigen VÖ zu haben war. Der flotte Feger ist den nicht mehr praktizierenden Ami-Punkrockern ROCKET FROM THE CRYPT gewidmet und zählt übrigens zu Dankos Favoriten. In seine persönlichen Top 3 reiht der Herr, der sich auf der Stage gern ein klein wenig obszön gibt und für sein rasend schnelles Zungenspiel bekannt ist, „Woogie Boogie“ ein. Ein Song, den die Europäer 2003 als Bonus auf „We Sweat Blood“ wiederfanden. Die BACKYARD BABIES waren 2001 nicht nur dafür verantwortlich, dass DANKO JONES als Vorband der Schweden in Europa ihren endgültigen Durchbruch feiern konnten, BB-Gitarrist Dregen hatte auch seine Finger mit im Spiel als es darum ging, dass sich DANKO JONES gemeinsam mit u.a. den HELLACOPTERS und natürlich den BACKYARD BABIES mit „The Return of Jackie And Judy“ im gleichen Jahr auf einem RAMONES-Tribute-Sampler zu hören waren. Wenig später gab es noch eine Kollaboration mit GLUECIFER und PETER PAN SPEEDROCK namens „Ritual of The Savage“, auf der die Kanadier mit „The Rules“ und „My Time Is Now“ zwei absolute DJ-Klassiker ins Rennen schickten. Dafür hat’s „Starlicker“ 2000 auf den Soundtrack von Bruce Labruces Schwulenporno „Skinflick“ gebracht. Neueren Datums ist „You Ruin The Day“ mit seinen treibenden Beats und knackigen Drums, sowie die temporeichen Nummern „Choose Me“ und „Sex“ aus den 2006er „Sleep Is The Enemy“-Sessions. Dass es zu Beginn der Karriere des kanadischen Trios nicht weniger zur Sache ging, beweisen „Ice Cold Angel“, „Cheater“ oder „Thinking of You“. Weshalb bislang erst zwei Dutzend Leute den Song „Drop Your Man“ mit seinem unterirdisch tiefen Bass gehört haben, wo doch Danko Jones den Track zu seinen Lieblingen zählt, kann ich nicht erklären, aber „Peacock Stomp“ ging’s da bislang ja auch nicht viel besser. Eine weitere Perle, die nur vier oder fünf mal live gespielt wurde, ist „Make A Move“, das ebenso wie „The Big Holdout“ 2001 mit Brendan McGuire eingespielt wurde. Für „The Big Holdout“ hat Danko Jones einen alten Riff seiner ehemaligen Band THE VIOLENT BROTHERS wiederverwendet, der Jahre später auch bei „Let’s Get Undressed” („Never Too Loud”) noch mal zu neuen Ehren kommen sollte. Wie es klingt, wenn DANKO JONES ELVIS COSTELLO covern, kann man auf „Pump It Up“ bestaunen. Sagen wir mal so: Bei DJ geht die Post deutlich beschleunigt ab. Wer bislang dachte, auf der B-Seite von „Dance“ etwas gehört zu haben, was sich wie„Asshole Maso“ anhörte, hat in Wirklichkeit Bekanntschaft mit „Sold My Soul“ gemacht, das zwischendrin ein wenig nach einem alten SOUNDGARDEN-Track klingt.

„B-Sides“ kredenzt DANKO JONES zum Satthören, wobei man sich an den 27 Songs kaum überhören kann. Schön ist außerdem die Erkenntnis, dass die Jungs aus dem Norden es amerikanischen Kontinents ihre Spielfreude über all die Jahre nicht verloren haben. Bleibt nur noch der Genuss der noch energiegeladeneren Liveshows, die man sich nicht entgehen lassen sollte, immerhin sind diesmal auch die Kumpels von den BACKYARD BABIES wieder mit am Start, die heuer den Support übernehmen. So ändern sich die Zeiten…

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