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DARWIN DEEZ - Songs For The Imaginative People

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Artist DARWIN DEEZ
Title Songs For The Imaginative People
Homepage DARWIN DEEZ
Label LUCKY NUMBER
Leserbewertung
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1.0/10 (1 Bewertungen)

Manchmal frage ich mich, ob ich wohl alt werde. Beispielsweise, wenn ich mir das Cover der neuen DARWIN-DEEZ-Platte „Songs For The Imaginative People“ anschaue. Da blicke ich auf die Frisur des Herrn Deez und überlege, ob der Look jetzt wohl angesagt ist und ich überhaupt nicht mehr im Thema ist. Aber eigentlich geht es ja hier auch gar nicht um das Outfit des New Yorkers, der seiner vierköpfigen Indie-Kapelle den (Künstler-)Namen geliehen hat, sondern um die Musik der Herrschaften, die heuer den Nachfolger ihres selbstbetitelten Debüts aus 2010 ins Rennen schicken.

Mit bürgerlichem Namen heißt der gute Darwin nämlich ganz schnöde Smith, was womöglich im schillernden Show-Biz zu profan gewesen wäre. Profan ist die Musik auf „Songs For The Imaginative People” hingegen weiß Gott nicht, allerdings sollte man unter der Überschrift „Indie“ nicht unbedingt eingängigen Stuff für den Dancefloor erwarten. Auch die Folk-Schublade, in die DARWIN DEEZ schon einmal gesteckt wurde, klemmt gewaltig. Stattdessen wird gefrickelt, das es nur so eine Freude ist – wenn man denn drauf steht. Gleich mit dem Opener „(800) Human“ stehen komplexe Songstrukturen auf dem Programm, die sich in ihren unterschiedlichen Ausprägungen durch insgesamt zehn Songs ziehen. Im Vergleich zum Erstling geht es dabei rockiger zur Sache, wobei wie bei „You Can’t By My Girl“ auch funkige Einflüsse nicht zu überhören sind. Mit der ersten Single „Free (The Editorial Me)“ lässt es der Vierer ordentlich und auch vergleichsweise unkompliziert krachen, um mit dem sich anschließenden „All In The Wrist“ wieder in hibbeliges Rhythmus-Terrain abzugleiten. Etwas ruhigere, aber keineswegs weniger verquere Töne schlägt derweil ein Track wie „Redshift“ an, bevor am Ende im „Chelsea’s Hotel“ noch einmal ans musikalische All-You-Can-Hear-Buffett gebeten wird.

Leichte Kost ist es nicht, die DARWIN DEEZ da auftischen. So recht wollen die Melodien nicht an den Gehörgängen vorbei rutschen und auch die Füße regieren nicht sofort auf das Gehörte. „Songs For The Imaginative People” ist eine Herausforderung, mit der diejenigen belohnt werden, die lieber abseits ausgetretener Pfade unterwegs sind und die es gern mal ein bisschen abgedrehter und spezieller haben. Mir ist die Mucke zu unruhig und fahrig ausgefallen, mir fehlt zudem der rote Faden, aber vielleicht war ich auch aufgrund des Covers voreingenommen oder werde doch einfach alt.

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