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DAS ICH - Addendum

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Artist DAS ICH
Title Addendum
Homepage DAS ICH
Label DANSE MACABRE
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.3/10 (4 Bewertungen)

Die Bedeutung des Duos Ackermann/ Kramm (gemeinhin bekannt als DAS ICH) für die deutsche Gothic Szene kann gar nicht groß genug gehandelt werden. In einem Genre, in dem oftmals Kitsch und hohle Phrasen an der Tagesordnung sind, haben die Beiden eine lyrische Tiefe erreicht, von der andere Acts nur träumen können. Und das beste: Die Texte verkommen nie zum Selbstzweck, stattdessen gehen sie oft sogar eine tanzbare Liaison mit den eigenartigen Industrial Grooves ein. Seit 1988 hat sich da einiges an Material angesammelt, was zum Unglück einiger Spätgeborener nur noch zu horrenden Preisen verfügbar ist. Am heutigen Tage beispielsweise wird die „Stigma“-EP bei Amazon für sage und schreibe 152 Euro angeboten. Doch der Verkäufer wird es nun schwer haben, denn DAS ICH haben sich dankenswerter Weise entschlossen ihr „Frühwerk“ (1988-1999) wieder jedermann erschwinglich zu machen in Form der Doppel CD „Addendum“. 155 Minuten, 33 Stücke, durchgehende Qualität der remasterten Originale.

CD 1 eröffnet den Reigen mit 9 Songs der Gottfried Benn Vertonug „Morgue“ (1998). Wer könnte sich dem abgründigen Charme von „Mann und Frau gehen durch die Krebsbaracke“ in der DI-Version entziehen, die manch einer gar in seinem Deutsch-LK kennen lernen durfte. Danach startet der tanzbarste Teil der Compilation durch, 4 Exponate der „Re-Laborat“-Remix VÖ aus dem Jahre 1999 regen zu gesteigerter Bewegung an. Hier sind insbesondere FUNKER VOGT, AND ONE und natürlich die großartige VNV NATION-Bearbeitung von „Destillat“ zu nennen, die nun wirklich jeder können müsste, der seinen Leib schon mal in einen schwarzen Club gewuchtet hat. 5 Titel des Soundtracks zu „Das Innere Ich“ (1996) vom Berliner Avantgarde Regisseur Hans-Helmut Hässler beschließen die ersten 78 Minuten.

Dem steht der zweite Silberling natürlich in nichts nach, ganz im Gegenteil. Die 5 Songs der beiden Maxis zu den Hits „Kindgott“ und (noch einmal) „Destillat“ sind bestes Körper- und Geistesfutter. Darauf folgen 3 Elaborate der schon angesprochenen „Stigma“-EP sowie weitere 3 Tracks vom 95er Live-Album „Feuer“, aufgenommen in Bochum, Potsdam und Bielefeld (leider ohne meine Anwesenheit). 2 Songs des „Uralt“-Klassikers „Satanische Verse“ sowie 2 noch ältere Demoversionen – „Gefallener Engel“ und „Exorzist“, die Urversion von „Des Satans neue Kleider“ – runden die Werkschau adäquat ab.

Es hieße Eulen nach Athen tragen, auf die qualitative Seite der einzelnen Kompositionen einzugehen, in der einen oder anderen Form sind sie wohl jedem Szenegänger schon begegnet. Aber nicht jeder dürfte in Besitz aller zugehörigen Tonträger sein. Insofern eine wunderbare Gelegenheit für Neu-/ Späteinsteiger seine Sammlung auf sinnvolle Art und Weise zu komplettieren. Und natürlich arbeiten Bruno und Stefan bereits an neuem Material, das böse Wörtchen „Ausgebranntheit“ scheinen sie nicht zu kennen…

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