Band Filter

DAS ICH - Cabaret

VN:F [1.9.22_1171]
Artist DAS ICH
Title Cabaret
Homepage DAS ICH
Label MASSACRE RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
6.8/10 (4 Bewertungen)

Das Coverartwork lässt Raum für einige Interpretationsmöglichkeiten. Bruno Kramm, der im Hintergrund die Fäden zieht und Herrn Ackermann wie eine Marionette führt? Wohl ein wenig zu weit hergeholt, vielmehr ist alles im Leben nur Spiel, und wir sind die Figuren. Vorhang auf für das neueste Release aus dem Hause DAS ICH, nicht mal 2 Jahre nach der doppelten „Lava“ präsentiert uns das Kreativduo einige neue (oder ganz alte?) Nuancen im ureigensten Bandsound.

Gleich die eröffnende „Moritat“ überrascht mit einem Schifferklavier, welches dem Track ein gewisses Jahrmarktsflair verleiht. Die Gothic Gaukler machen sich bereit, setzen zum Sprung an, um sich im folgenden wieder kritisch mit dem Menschen innerhalb der „modernen“ Gesellschaft auseinander zusetzen. „Wann kommt die Welt zur Ruh?“ – Niemals mehr, weil wir digitale Gefangene geworden sind, überall erreichbar und nirgendwo mehr intim. Wir fühlen nicht mehr viel, wir verstehen noch viel weniger. „Atemlos“ skizziert diese Begebenheiten inhaltlich pointiert und musikalisch treibend. Im Refrain dann ein interessantes neues Stilmittel: Zum „atemlosen“ Sprechgesang Ackermanns gesellt sich die melodiös cleane Stimme seines Kompagnons. Damit erschaffen DAS ICH ganz neue Kontraste, welche der Dynamik nur gut tun. Stichwort „Kontraste“: Beim darauffolgenden „Macht“ flüstert Stefan in den Strophen fast zart, worauf dann ein beeindruckender Stakkatorefrain die Komposition endgültig zu einem Höhepunkt der neuen Scheibe werden lässt. „Paradigma“ lebt ebenfalls wieder vom effektiven Vokal-Wechselspiel der beiden Herren, bevor es mit dem „Fluch“ ein wenig vertrackt-melancholischer weitergeht. Es fehlt noch ein Clubhit? Da bietet sich die „Opferzeit“ an, welche ein paar Future Poppige Elemente in sich trägt (vor allem der Beat) und äußerst treibend aus dem Äther schwingt. Weiblich theatralischer Gesang sorgt dann für eine weitere interessante Facette. Marianne Iser (Sängerin vom Danse Macabre Act SCHNEEWITTCHEN) gibt als „Nina Hagen meets Operetten-Chanteuse“ den weiblichen Teil eines morbiden Doppels, „larger than life“ sozusagen.

DAS ICH zeigen sich auf „Cabaret“ ein wenig verspielter, ein wenig abwechslungsreicher als auf den direkten Vorgängeralben, womit sie ihre Ausnahmestellung in einer oft stagnierenden Szene unterstreichen. Die neuerdings eingestreuten echten Instrumente verleihen dem kalten Synthetiksound einen ordentlichen Schuss Wärme, und die bereits mehrfach angesprochenen neuen Facetten bei den Vocals sorgen für noch mehr Dynamik. Natürlich belassen es die Egomanen nicht bei nur einer „simplen“, normalen CD Auflage, es wird auch eine Limited Edition mit Bonus Remix Disc („Varieté“ genannt) und der zusätzlichen DVD „Panopticum“ aufgelegt. Auf dieser befinden sich der Kurzfilm „Kaleidoskop – in 10 Minuten Licht“ zu Instrumentalstücken der Band und einige Live-Ausschnitte. So oder so wird das Echo wieder herausragend sein auf der Bühne wie im wahren Leben…

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

DAS ICH - Weitere Rezensionen

Mehr zu DAS ICH