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DAS ICH - Lava (Glut)

VN:F [1.9.22_1171]
Artist DAS ICH
Title Lava (Glut)
Homepage DAS ICH
Label MASSACRE RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
5.3/10 (4 Bewertungen)

DAS ICH gehören unbestreitbar zu den potentesten Kreativen der weit gefächerten Gothic-Szene, allein der Versuch ihren Sound zu beschreiben, lässt Kritiker seit Jahren zu leeren Worthülsen greifen. Die Mischung aus Elektro, Klassik und Avantgarde in Verbindung mit Ackermanns herausgeschrieenen Texten wirkt zügellos, ja beinahe infam und vulgär. Und viele Konkurrenten würden sich wünschen, auch nur über die Hälfte der lyrischen Fähigkeiten zu verfügen. Nach dem erfolgreichen „anti’christ“ aus dem Jahre 2002 legen die Bayreuther nun nach und das doppelt und dreifach. Denn es erscheinen gleich zwei Versionen ihrer zähflüssigen Vision, mit „Glut“ und „Asche“ fast etwas irreführend betitelt. Denn während „Glut“ die klassische, organische Version ihres Ichs repräsentieren soll, möchte man mit den Bearbeitungen die schwarzen Tanzflächen erobern. Und ich persönlich assoziiere eher die „Glut“ mit Bewegungen aufgeheizter Gruft-Körper. Aber das ist nur eine unwichtige Beobachtung am Rande. Leider liegt mir weder diese separat vertriebene CD (mit Remixen von TERMINAL CHOICE und WUMPSCUT) vor, noch die DVD, welche der „Glut“ beiliegt und Konzertmitschnitte enthält.

Im Großen und Ganzen kann ich anno 2004 musikalisch nur wenige neue Elemente ausmachen, die man nicht schon mal in der einen oder anderen Form auf früheren Werken der Süddeutschen entdecken konnte. Das soll aber keine Kritik sein, denn man bleibt einfach dem eh schon innovativen Sound treu und verbessert nur hier und da Nuancen. Lyrisch begibt man sich wieder hinab in den düsteren Bannkreis der Hölle: Tod, Verderben, Verführung, all diese schönen unchristlichen Themen werden in markerschütternde Schreie gepackt. Vielleicht etwas weniger kirchenfeindlich als beim Vorgänger, aber der hatte sich das ja schon auf den Titel geschrieben. Der Opener „Schwarzer Stern“ (eine Hommage an John Carpenter?) eröffnet den Reigen als autobiographische Nabelschau. Und auch wenn sich die tanzbaren Versionen auf der gelben Schwester befinden sollen, so gibt es auch hier schon einige Clubkandidaten. „Fieber“ und „Uterus“ sind solche Brecher, die trotz der verschachtelten Programmierung einen unnachahmlichen Drive entwickeln, wo man geneigt ist, einzelne Textzeilen laut mitzubrüllen, die Nachbarn zu schocken. „Tot im Kopf“ hingegen überrascht mit einer ungewöhnlichen Stophe-Refrain-Konstellation. Während letzterer „klassisch“ ausfällt, wird die Strophe stoisch monoton gesprochen, wovon eine Art sonische Bedrohung ausgeht. Ein paar „beatige“ Passagen hier und da verleihen den Tracks einen etwas moderneren Anstrich, bevor die „Urkraft“ die Scheibe epochal beendet.

DAS ICH definieren sich mit diesem Werk nicht vollkommen neu, sie spielen lediglich ihre Stärken selbstbewusst aus. Und das genügt völlig, um 9 mitreißende Stücke auf den Silberling zu bannen („Meine Wiege“ gefällt mir nicht ganz so). Immer noch konkurrenzlos gut in einer Szene, die in vielen Fällen das Plagiat nichts ahnend zum Heiligtum erklärt hat!

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