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DAS LUMPENPACK - Eine herbe Enttäuschung

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Artist DAS LUMPENPACK
Title Eine herbe Enttäuschung
Homepage DAS LUMPENPACK
Label ROOF MUSIC
Leserbewertung
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9.0/10 (2 Bewertungen)

Knapp zwei Jahre und 50 ausverkaufte Konzerte nach „Die Zukunft wird groß“ folgt nun die vierte Langrille von DAS LUMPENPACK – jenem Duo, das 2012 von den beiden Poetry Slammern Max Kennel und Jonas Meyer gegründet wurde. Vor zwei Tagen haben Jonas und Max ihr neues Album „Eine herbe Enttäuschung“ erstmals live vor Fans und Gästen präsentiert. Sie wählten dafür den Kölner Konzert-Kahn, verkauften diesen in kürzester Zeit mit 1.350 Tickets aus und belohnten ihre Fans mit einem zweistündigen Konzert auf dem Rhein. Eine gelungene Release-Party für eine wirklich erstklassige Platte.

Dass die beiden sich auf die Komposition großartiger Texte verstehen, beweisen die Jungs über insgesamt 14 Tracks, die musikalisch einen bunten Strauß aus College Rock, Trap, Balkan Pop und Singer-Songwriter-Stuff zu Gehör bringen. Eröffnet wird der brachial-humoreske Reigen mit der Vorab-Single „Hauch mich mal an“, die gleich mal für gute Laune und ein breites Grinsen sorgt und bereits mehr als 900.000-mal gestreamt und geklickt wurde. Ebenfalls echte Internet-Hits sind zudem „Kurze Hosen“ und „Ford Fiesta“, womit wir auch gleich mal bei einen meiner Favoriten im Indie-Rock-Gewand wären. „Mein Hass“ gefällt mit einem großartigen Finale und spricht zudem die Wahrheit äußerst gelassen aus. Was aus der vorsichtigen Annäherung zweier Menschen werden kann, erzählt derweil „Syltaufkleber“, während „Pädagogen“ sich mit dem nicht zu unterschätzenden Problem beschäftigt, wenn man nur Pädagogen, aber keine Handwerker in seinem Freundeskreis hat. Schon vom „Angelsimulator 2K10“ gehört? DAS LUMPENPACK erklärt extrem gechillt, was es damit auf sich hat. Und dann haben wir da noch den tiefenentspannten und bläserverstärkten „Mark“ mit der grandiosen Strophe: „Jetzt steht der mittelalte Mark auf einem Mittelaltermarkt“ – ganz klar mein Highlight des Silberlings! Währenddessen bestätigt „Tanzende Mütter“ einen Verdacht, den ich schon lange hege, nämlich, dass mit der Schwangerschaft irgendwie (neben der Intelligenz) das Rhythmusgefühl flöten geht. Bleibt noch die „Tragödie vom Rest der Band“, die enthüllt, dass es sich bei dieser Combo keinesfalls immer um einen Zweier handelte.

„Eine herbe Enttäuschung“ ist dieser Studio-Output keineswegs, sondern ein facettenreicher, ironischer Abgesang auf Gott und die Welt, den DAS LUMPENPACK äußerst kurzweilig zum Besten bringt. Natürlich gibt es das Ganze auch live zu sehen – aktuell auf verschiedenen Festivals und ab November auf Club-Tour – bei diesen Gelegenheiten wird gewiss auch wieder massenhaft Konfetti im Spiel sein!

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