Band Filter

DAS WAR KRACH - Protokino

VN:F [1.9.22_1171]
Artist DAS WAR KRACH
Title Protokino
Homepage DAS WAR KRACH
Label ZWINGER RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
5.0/10 (1 Bewertungen)

Was erwartet man von einer Formation namens DAS WAR KRACH? Eine geläuterte Industrialband oder Schwarz Metaller, die nun auf Post Rock machen? In diesem Falle handelt es sich um ein Schweizer Duo, das über eine Vorgeschichte verfügt. Michel Frasse und Marion Altwegg kennen Dunkel-Fans bereits als Teil der METALLSPÜRHUNDE, die immerhin auf 5 Alben und eine ordentliche Reputation zurückblicken können. Mit ihrem neuen musikalischen Baby verlassen die Beiden das enge Korsett der schwarzen Szene, behalten aber die scharfzüngig-ironische Herangehensweise bei. Eine Mischung aus Electro Punk und NDW mit ordentlich Retro-Charme soll die müden Ohren zum Schwingen bringen.

Das ist nun alles nicht fürchterlich neu oder gar innovativ, aber doch ganz nett in Szene gesetzt. Nicht nur durch den permanenten Gesangswechsel Mann-Frau wird man immer wieder an die ungleich wildere Blaupause SPILLSBURY erinnert. Auch die lyrischen Themen, die vor allem auf Gesellschaftskritik an der „schönen“ neuen Konsumgesellschaft mit all ihren sozialen Netz-Auswüchsen setzen, gemahnen an Zoe Meißner und Tobias Asche, die veröffentlichtungstechnisch wohl leider schon das Zeitliche gesegnet haben. Ein doch reichlich lahmer Song wie „Laika“ hätte es bei den Deutschen aber nicht mal auf eine B-Seite gebracht. Da können die leicht wavige Facebook-Schelte „Gefällt mir“ (PLACEBOs „Too Many Friends“ anyone?) oder das energische „Ich weiss es“ schon besser punkten. Das Songwriting fällt so reduziert wie repetitiv aus, was ja nun irgendwie zum Stil passt, aber dennoch hin und wieder langweilt. Dazu ist Frasses Stimme nicht gerade begnadet zu nennen, seine Partnerin kann diesbezüglich besser punkten.

Das alles hört sich jetzt vielleicht schlimmer an, als es letztendlich klingt. Für mich wurden hier nur einige Chancen vergeben, ein wenig mehr Direktheit in allen Bereichen hätte der Produktion gut getan. So wirkt „Protokino“ zwar instrumental und kompositorisch durchdacht, aber eben doch reichlich zahm, der Außenseiter-Attitüde zum trotze. „Warum bis du so anders“ heißt es im vorletzten Track, wäre schön, wenn man dieses Feeling auch deutlicher rübergebracht hätte. Dennoch für Freunde von Kapellen wie ANGELIKA EXPRESS, GROSSSTADTGEFLÜSTER, NACHLADER oder eben SPILLSBURY sicher nicht uninteressant. Das Ganze erscheint übrigens stilecht als 12″ Vinyl mit Downloadcode mit einer limitierten, transparenten Auflage.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu DAS WAR KRACH