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DAUGHN GIBSON - Me Moan

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Artist DAUGHN GIBSON
Title Me Moan
Homepage DAUGHN GIBSON
Label SUB POP
Leserbewertung
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5.0/10 (6 Bewertungen)

DAUGHN GIBSON hat schon alle möglichen miesen Jobs gemacht und von der Stütze gelebt, um über die Runden zu kommen. So muss das wohl bei einem echten Vollblutmusiker einfach sein. Auch in einem kleinen Kaff namens Carlisle in Pennsylvania. Bevor der heute 32-jähige düsteren Singer-/Songwriter-Stuff in seinem musikalischen Mittelpunkt rückte, verdingte er sich bereits als Drummer bei den Stoner-Metallern von PEARLS & BRASS, im vergangenen Jahr erschien dann das Solo-Debüt „All Hell“, dem jetzt bereits „Me Moan“ folgt.

Auf die Ohren gibt’s elf Tracks, die mitunter ein wenig nach GLENN DANZIG, CHRIS ISAAK oder auch NICK CAVE klingen. Nicht die schlechtesten Referenzen, zumal hier in keiner Weise geklaut wird, sondern die sonore Stimme den Hörer einfach an die genannten Herren denken lässt. Stilistisch startet der smarte Mucker mit seinem Opener „The Sound of Law“ im treibenden Midtempo und kurbelt das Kopfkino wie mit dem sich anschließenden, rhythmusbetonten „Phantom Rider“ mit Highway-tauglichen Klängen gleich einmal gehörig an, bevor das dunkel-beschwingte „Mad Ocean“ mit einem Dudelsack überrascht und „The Pisgee Nest“ in sphärische Untiefen abtaucht. „You Don’t Fade“ setzt die Reise mit cooler Schwermut fort, die es in ähnlicher Form auch bei MADRUGADA gegeben haben könnte, ehe „Franco“ leise Töne anschlägt und „Won’t You Climb“ als unaufgeregter Americana-Rocker daher kommt, um mit „The Right Signs“ zunächst geradezu furchteinflößende Beats durch die Boxen zu jagen. Die Spannung legt sich nur für einen kurzen Moment, dann kommt der Mann mit den dunklen Augen, die mindestens so durchdringend sind wie sein markiges Organ mit der nächsten Überraschung um die Ecke, während „Kissin On The Backtop“ und „All My Days Off“ auf unterschiedliche Art die Country-Dosis erhöhen. Bleibt noch „Into The Sea“, mit dem der Silberling gut gelaunt endet – sieht man mal davon ab, das in jedem Ton, den DAUGHN GIBSON singt, einfach immer auch eine gewisse Melancholie steckt.

In welche Schublade soll man Mr. Gibson nun stecken? Nennen wir es einfach mal dunklen Elektro-Country-Blues, den der gute Daughn äußerst schmackhaft kredenzt. Für die kleinen wohligen Schauer sorgt dabei zweifellos sein Bariton-Gesang, dem jedoch eine nicht minder hörenswerte und abwechslungsreiche Instrumentierung an die Seite gestellt wurde.

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