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DAVID BOWIE - A Reality Tour (2-CD)

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Artist DAVID BOWIE
Title A Reality Tour (2-CD)
Homepage DAVID BOWIE
Label SONY
Leserbewertung
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1.0/10 (1 Bewertungen)

Ohne Zweifel zählt DAVID BOWIE zu den bedeutsamsten Künstlern der letzten Jahrzehnte. Nicht nur mit seiner Musik, sondern auch als Schauspieler und Maler (sowie natürlich dank seiner schillernden Persönlichkeit) sorgte der inzwischen 63-jährige für Aufmerksamkeit und mit Sicherheit hatte und hat er auch erheblichen Einfluss auf die Mucke unzähliger Kollegen. Bei einem geschätzten Vermögen von 900 Millionen Euro wird es vermutlich nicht die drohende Armut gewesen sein, die den Pop-Dandy veranlasst hat, ein Konzert, das schon vor mehr als sechs Jahren stattfand und bereits 2004 als DVD veröffentlicht wurde, auf zwei Silberlinge zu pressen. Vielmehr dürfte sich die Plattenfirma erinnert haben, dass im Archiv noch Aufnahmen schlummerten, die die Kasse klingeln lassen könnten.

Immerhin bietet „A Reality Tour“ mit 33 Liedern einen abwechslungsreichen Einblick in das bisherige BOWIE-Lebenswerk und nicht ohne Grund war die „Reality Tour“ 2003/ 2004 die Tournee mit den höchsten Einspielergebnissen des Jahres. Übrigens musste diese Konzertreise vorzeitig abgebrochen werden, da DAVID BOWIE während seines Auftritts beim Hurricane einen Herzinfarkt erlitt, der ihn jedoch nicht daran hinderte, zunächst sein Set zu beenden, bevor er sich ins Krankenhaus bringen ließ. Die besondere Atmosphäre eines Live-Gigs auf einer CD einzufangen ist nicht eben einfach, doch spricht im Falle von „A Reality Tour“ ganz einfach das Songmaterial für sich. Dass vom letzten Studioalbum nur sechs Tracks vertreten sind (darunter als bisher unveröffentlichter Bonus neben „Breaking Glass“ und einer beschwingten Version von „China Girl“ die gefühlvolle Nummer „Fall Dog Bombs The Moon“), ist dabei dem umfangreichen musikalischen Output des Briten mit Wohnsitz in New York geschuldet. Insbesondere in den wilden Siebzigern hat sich der erstaunlich gut gehaltene Grandseigneur der Popmusik sehr produktiv gezeigt. Entsprechend ist diese Ära u.a. mit Stücken wie dem 1971er Titeltrack „The Man Who Sold The World“, „Changes“, „Life On Mars?“, „Sister Midnight“, die Trilogie „Five Years“, Hang On To Yourself“ und Ziggy Stardust“ sowie natürlich das grandiose „Heroes“ ausführlich vertreten. In den Achtzigern kam eine Phase, in der BOWIEs Platten massentauglicher wurden, für seine Setlist hat David die ganz großen Charterfolge allerdings aussortiert und stattdessen wunderbare Titel wie „Ashes To Ashes“ oder auch „Loving The Alien“ ausgewählt, wobei „China Girl“ (wie „Sister Midnight“ eine Zusammennarbeit mit seinem Berliner Wohnungsnachbarn IGGY POP entstanden) und die QUEEN-Kollaboration „Under Pressure“ natürlich absolute Welthits sind. In den Neunzigern sind Beiträge wie „Hallo Spaceboys“, „Motel“ oder das durch den Soundtrack zum Film „Showgirls“ bekannt gewordene „I’m Afraid of Americans“ vertreten. Fast genauso viel Platz wie das Langrille, die der Tour ihren Namen gegeben hat, nimmt der Vorgänger „Heathen“ aus 2002 ein, dessen Track „Cactus“ übrigens von PIXIES-Mastermind Francis Black geschrieben wurde. Ein wenig PIXIES-Flair weht auch durchaus durch den Sound, doch verpasst DAVID BOWIE mit seiner markanten Stimme dem Song selbstredend eine ganz eigene Handschrift. Zum Schluss sei nur noch gesagt, dass ROXY-MUSIC-Mitbegründer Brian Eno bei „Fantastic Voyage“ und „Hallo Spaceboy“ ebenso wie bei „I’m Afraid of Americans“ und „Heroes“ die Finger mit im Spiel hatte.

Bei so viel Musik-Prominenz und geballter kreativer Schaffenskraft konnten nur zeitlose Lieder entstehen, die auch in der behutsam neuarrangierten Live-Darbietung des Jahres 2003 nichts von ihrem Charme verloren haben. Die abwechslungsreichen, facettenreichen Aufzeichnungen vom Dubliner Konzert am 22. und 23. November 2003 sprechen eine klare Sprache und unterstreichen die Ausnahmestellung des nahezu alterslosen Künstlers, der selbstverständlich mit einer erstklassigen Live-Band unterwegs war.

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