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DAVID GRAY - Draw The Line

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Artist DAVID GRAY
Title Draw The Line
Homepage DAVID GRAY
Label POLYDOR
Leserbewertung
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7.8/10 (5 Bewertungen)

Wer hätte gedacht, dass DAVID GRAY mal in Punkbands angefangen hat? Davon hört man inzwischen nichts mehr, stattdessen gibt es Singer-/ Songwriter-Stuff, der sich während der letzten 16 Jahre weltweit immerhin bereits zwölf Millionen mal verkauft hat. Der 1999er Longplayer „White Ladder“ war in Irland sogar das erfolgreichste Album aller Zeiten, nach dem siebte Studiosilberling „Life In Slow Motion“ wurde es vier Jahre lang allerdings eher still um Mr. Gray, der sich jetzt mit „Draw The Line“ zurückmeldet.

Untätig war der 41-jährige zwischenzeitlich keinesfalls. Es entstanden haufenweise Songs, von denen es elf auf den jüngsten Output des Briten geschafft haben. Mit von der Partie sind nicht nur eine Band, die mit Keith Prior einen neuen Drummer, James Hallaway einen neuen Keyboarder und mit Neill MacColl einen neuen Gitarristen bekommen hat, sondern als Gastsängerinnen auch JOLIE HOLLAND und ANNIE LENNOX. Letztere bezaubert beim finalen „Full Steam“ mit einem stimmgewaltigen Duett zur orchestralen Instrumentierung, doch zunächst kommen beim Opener „Fugitive“ wunderbare Klavierakkorde zu Gehör. Der gelungene Einstieg mit der ersten Singleauskopplung macht Appetit auf mehr und auch der spröde Titeltrack „Draw The Line“ weiß mit stoischen Rhythmen zu gefallen. „Nemesis“ lässt sich Zeit und beschränkt sich auf verträumte Melodien, ehe Gray für „Jackdow“ wieder in die Pianotasten haut. Dazu gesellen sich noch emotionale Streicher, die dem Song eine gehörige Portion Pathos verpassen, ehe „Kathleen“ auf den Plan tritt. Für diese Nummer konnte DAVID GRAY die amerikanische Singer-/Songwriterin JOLIE HOLLAND gewinnen, die ihn bereits auf seiner USA-Tour begleitet hat und nun dem Stück einen Hauch Country verpasst. Nach der flüchtigen Schönheit von „Kathleen“ kommt „First Chance“ mit kraftvollen Percussions im gemächlichen Midtempo daher, bevor „Harder“ dunkler Melancholie freien Lauf lässt. Für das pianogeschwängerte „Transformation“ wurde eigens ein Gospelchor engagiert, der dem ruhigen Stück mit eindringlichem Gesang gegen Ende zu Gänsehaut-Feeling verhilft. „Stella The Artist“ gibt hingegen wieder Gas und erinnert ein wenig an ELTON JOHN in den Siebzigern, während mir ansonsten beim Hören der Platte immer mal wieder VAN MORRISON in den Sinn kommt. Etwa beim noch fehlenden „Breathe“, das fein aufeinander abgestimmte Instrumente ins Rennen schickt, die unaufgeregt den Weg fürs große Finale von Lennox & Gray ebnen.

„Draw The Line“ überzeugt mit schönen Melodien und klarem Songwriting. Die Auswahl der Lieder sorgt für Abwechslung, auch wenn alles irgendwie schon mal da war. Aber warum sollte DAVID GRAY auch das Rad neu erfinden, wenn er das Erfolgsrezept für warmherzigen Singer-/ Songwriter-Pop schon längst sein eigen nennt?

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