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DE STAAT - I_CON

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Artist DE STAAT
Title I_CON
Homepage DE STAAT
Label MASCOT
Leserbewertung
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5.2/10 (6 Bewertungen)

Ursprünglich war DE STAAT das Ein-Mann-Projekt des niederländischen Musikers Torre Florim, der die Alternative-Rock-Combo 2006 aus der Taufe hob. Bevor zwei Jahre später ein Plattenvertrag unterschrieben wurde, waren die Herrschaften aus Nijmegen bereits ziemlich angesagt, was nicht zuletzt daran lag, dass sie die belgischen Kollegen DEUS supporten durften. Das 2009er Debüt „Wait For Evolution“ war gleichzeitig die Abschlussarbeit für Torres Musikproduktions-Studium und sorgte für weitere Popularität, ehe 2011 der gitarrenorientierte Nachfolger „Machinery“ in die Plattenläden kam. Jetzt ist die Zeit für den dritten Silberling „I_CON“ gekommen, der sich musikalisch wahrlich vielseitig präsentiert.

Zwar hat sich mir nicht so ganz erschlossen, warum die ersten acht Sekunden mit „My Bad“ einen eigenen Titel erhalten haben, da der ultrakurze Track nun wirklich nahtlos in „All Is Dull“ übergeht, aber das ist wohl eine künstlerische Freiheit, die man einfach hinnehmen muss. Stilistisch lässt man zunächst einmal die Langäxte grummeln und verziert das Ergebnis mit dezenten Synthies, ehe „Build That, Buy That“ mit Klimperklavier und Flöte über einen imaginären Jahrmarkt rumpelt und sich das hypnotische „Devil’s Blood“ durch die Gehörgänge schlängelt. Mit viel Druck und krudem Beiwerk drängt „Witch Doctor“ nach vorn, während Florim für „Get It Together“ seine ausdrucksstarke Stimme in falsettartige Höhen schraubt, perfekt begleitet von einer Instrumentalfraktion, die coole Desert-Rock-Vibes auf den Weg bringt. Ein Highlight der Langrille ist sicherlich das geheimnisvolle „Refugee“, das vom abgefahrenen „Make Way For The Passenger“ abgelöst wird. Den treibenden Song gibt es übrigens aus Free Download auf der Homepage! Einigermaßen strange schließt sich „Input Source Select“ mit wummernden Beats und Sprechgesängen an, wohingegen „I’ll Take You“ leise Töne anschlägt, die gleichwohl eine gewisse Verquertheit an den Tag legen. Vergleichsweise eingängig ist da die Highspeed-Nummer „Down Town“ ausgefallen, mit der DE STAAT auf den Dancefloor locken, doch schon das folgende „Wonderer“ reichert den Sound wieder mit allerlei (Stör-)Geräuschen elektronischer Natur an, bevor auf der Zielgeraden mit dem dramatischen „The Inevitable End“ noch einmal zum großen Besteck gegriffen wird.

Mainstream geht definitiv anders, aber das Radiopublikum ist wohl auch kaum die Zielgruppe von DE STAAT und „I_CON“. Vielmehr sind es die Nischenhörer, die hier voll auf ihre Kosten kommen, wenn sie denn die Zeit für einen zweiten Hördurchgang mitbringen, denn der Mix aus afrikanischer Rhythmen, Hardcore-Komponenten und bizarren Synthesizer-Melodien, dem ein solides Gitarrenfundament zur Seite gestellt wurde, braucht schon ein wenig, um sich voll zu entfalten.

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