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DE/VISION - Popgefahr

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Artist DE/VISION
Title Popgefahr
Homepage DE/VISION
Label POPGEFAHR RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.7/10 (9 Bewertungen)

Ach, schon wieder zwei Jahre um? Muß ja so sein, denn ungefähr in diesem Zeitabstand bringen Thomas und Steffen ihre Alben auf den Markt. Und dieser Longplayer ist für DE/VISION etwas Besonderes, denn sie sind einen Schritt in Richtung Unabhängigkeit gegangen. Die beiden verließen ihre bisherige Heimat Drakkar und gründeten kurzerhand ihr eigenes Plattenlabel Popgefahr Records. Leicht zu merken, denn auch das neueste Werk der Beiden wurde auf den gleichen Namen getauft. Unterstützung bekam das Duo auch dieses Mal wieder von Josef Bach und Arne Schumann, welche ebenso die letzten Alben „Noob“, „Six Feed Underground“ und „Subkutan“ produzierten.

Da aufgrund der Labelgründung mehr Arbeit auf DE/VISION zukam, mußte hoffentlich nicht ihre Musik darunter leiden. Also rein mit der CD in den Player und zum Glück ist da vom ersten Ton an nix zu merken. Richtig kraftvoll wummert der Opener „Mandroids“ aus den Boxen, das ist schon mal ein toller Einstieg und der knüpft nahtlos an den Vorgänger „Noob“ an. Gleich der nächste Song „Rage“ wurde vorab zusammen mit dem ruhigen Stück „Time To Be Alive“ als digitale Single veröffentlicht und erreichte eine Spitzenposition in den DAC. Zusammen mit dem recht experimentellen „Until The End Of Time“ sind es für mich die stärksten Stücke auf „Popgefahr“, wobei „Rage“ bei mir einen etwas bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Dieses von Steffen in den Raum geworfene „Rage“ erinnert doch schon deutlich an die DEPECHE MODE Single „Wrong“. Schon bei „Noob“ kamen sie bei einem Track den Engländern recht nahe. Auch „Ready To Die“ vom aktuellen Longplayer fällt in diese Kategorie. Trotzdem bietet das Duo erfrischenden und modernen Synthiepop mit vielen nostalgischen Einflüssen und pumpenden Bässen. Das balladeske Stück „Be A Light To Yourself“ ist nicht für die Tanzfläche bestimmt sondern – wie bei DE/VISION durchaus auch üblich – für die ruhigen Momente im Leben. Leider ist nach 10 Titeln und einer Spielzeit von knapp 48 Minuten der Zauber auch schon zu Ende. Da würde ich dem Fan empfehlen, sich die limitierte Edition zu holen. Dort liegt dem Album auch die Promosingle „Rage“/ „Time To Be Alive“ sowie ein 2GB USB Stick mit raren Mixen im MP3 Format bei.

Das Debüt auf ihrem eigenen Label ist den Berlinern musikalisch gesehen geglückt, alles andere bleibt abzuwarten. Evt. kann man dies ausbauen und anderen Künstlern eine Chance geben und sie unter Vertrag nehmen. DE/VISION haben nach 20 Jahren Bandgeschichte auch 2010 wieder ein großartiges elektronisches Album abgeliefert, bis auf den oben schon angesprochenen Vergleich mit DM. Aber auch CAMOUFLAGE müssen sich hin und wieder diesen Vorwurf anhören. Selbst beim Video zu „Rage“ stellen sich mir die Nackenhaare hoch, auch da muß man sich den Vergleich mit DMs „It`s No Good“ gefallen lassen. Oder wollen sie damit den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen und das Video als Statement sehen? Immerhin kann man die elektronische Musik auch nicht immer wieder neu erfinden. Besser gut ausgeborgt als schlecht selbstgemacht?Im Frühjahr gibt es wieder eine ausgedehnte Tour, die sie auch ins Ausland führen wird. Da greife ich dann schon mal vor und sage: Ich freue mich schon auf 2012, denn dann wird ja das nächste Album fällig. Bis dahin wünsche ich viel Spaß mit der „Popgefahr“!

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