Band Filter

Request did not return a valid result

DEAD CAN DANCE - Anastasis

VN:F [1.9.22_1171]
Artist DEAD CAN DANCE
Title Anastasis
Homepage DEAD CAN DANCE
Label PIAS RECORDINGS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
4.7/10 (35 Bewertungen)

Ein passender Name, den sich DEAD CAN DANCE für ihr Comeback-Album ausgesucht haben: „Anastasis“ bedeutet auf Altgriechisch so etwas wie „Auferstehung“. Genau das könnte ihnen mit diesem ersten Tonträger seit sechzehn Jahren tatsächlich gelingen.

DEAD CAN DANCE haben das Glück, sich von je her abseits aller Trends und Szenen bewegt zu haben. Sicher, ihre treusten Fans hatten sie vermutlich stets unter den Goths, aber der Sound von Brendan Perry und Lisa Gerrard war schon immer viel zu eklektisch, um allein der schwarzen Szene zugerechnet zu werden. Und deswegen können sie jetzt auch einfach entspannt dort weitermachen, wo „Spiritchaser“ anno 1996 aufhörte, und ihre alten Trumpfkarten ausspielen, die heute noch genauso stechen wie damals: die klaren, kraftvollen Stimmen der beiden Musiker, ein faszinierender Blend aus morgen- und abendländischen Instrumenten, hypnotische Rhythmen und eine dichte, packende Atmosphäre.

Neofolk, Darkwave und Weltmusik sind die Eckpfeiler, denen DEAD CAN DANCE auch auf „Anastasis“ wieder treu geblieben sind, auch wenn gelegentlich unerwartete Referenzen durchschimmern: In „Children Of The Sun“ erinnert Brendan Perrys Sprechgesang auf bizarre Weise an „The End“ von THE DOORS, wenngleich hier mehr Mystik als Mordlust im Mittelpunkt steht, und tatsächlich geht es um das Erbe der Woodstock-Generation, die menschliche Entwicklung und die Verbindung zum Kosmos. Das innerste Wesen von DEAD CAN DANCE offenbart sich dann aber in voller Schönheit vor allem in den beiden folgenden Tracks, „Anabasis“ und „Agape“, die bei Gesang, Instrumenten und Rhythmen stark auf die Traditionen des Nahen Ostens zurückgreifen. Traumwandlerisch erhebt sich Gerrards Stimme bei „Agape“ über ein straffes Percussion-Gerüst, das den Hörer schon nach wenigen Takten unweigerlich in den Bann schlägt, bis sich verschiedene Saiteninstrumente aus dem türkischen Raum zu einem grandiosen Finale steigern.

Wenn wieder einmal westliche Instrumente wie die Gitarre die Führung übernehmen, wie bei der langen Instrumentalpassage in „Kiko“, dann fällt die Spannung allerdings ein wenig ab, und bei „Opium“ hätte ein etwas weniger dicker Orchesterteppich auch gereicht. Wenn man DEAD CAN DANCE auf „Anastasis“ etwas vorwerfen kann, dann vielleicht, dass hin und wieder eine leichtere Hand beim Arrangement mehr Platz für mehr Feinheiten gelassen hätte: Vor allem auf der zweiten Hälfte des Albums wirkt das allgegenwärtige Orchester stellenweise etwas erdrückend. Die Stimmen von Perry und Gerrard sind stark genug, um sich dagegen durchzusetzen (gerade beim letzten letzten Song „All In Good Time“ klingt Perry enorme souverän), aber dadurch haftet „Anastasis“ in den weniger gelungenen Momenten ein Hauch von Materialschlacht an. Das ist umso bedauerlicher, als diese Kraftmeierei angesichts der bestechenden Qualität des Songmaterials überhaupt nicht nötig gewesen wäre.

„Anastasis“ ist ein gelungenes Comeback, dem das Kunststück gelingt, auf die alten Tugenden zu bauen, ohne dabei altbacken daherzukommen. DEAD CAN DANCE klingen einmal mehr wie DEAD CAN DANCE – elegisch, bewegend, melancholisch, dramatisch, überwältigend. Sie haben das, was diese Band schon immer auszeichnete, verfeinert und noch ein wenig stärker herausgearbeitet, in acht grundverschiedene und doch unsichtbar mit einander verbundene Titel gegossen und ein homogenes Album von großer Intensität geschaffen. Das muss man ihnen erst mal nachmachen.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu DEAD CAN DANCE