Band Filter

DEAD VENUS - Bird of Paradise

VN:F [1.9.22_1171]
Artist DEAD VENUS
Title Bird of Paradise
Homepage DEAD VENUS
Label NON STOP MUSIC
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Nein, das Cover von „Bird of Paradise“ lässt nicht wirklich Gutes erwarten. Als ich die CD zum ersten Mal in der Hand hielt, dachte ich an eine Symphonic-Metal-Kapelle, die hier mit einer knödelnden Sängerin ihr Unwesen treiben würde. Mit der Sängerin lag ich richtig, jedoch unterlässt es die Bandgründerin, Sängerin und Komponistin Seraina Telli glücklicherweise, ihre Stimmen in schrille Höhen zu schrauben. Das Schweizer Trio DEAD VENUS gibt es bereits seit 2015, „Bird of Paradise“ ist jedoch das erste Album von Frau Telli und ihren Mitstreitern André Gärtner (E-Bass) und Mike Malloth (Schlagzeug).

Für die Piano-Klänge des instrumentalen Openers „Latitudinarian“ ist die Dame im Bunde verantwortlich, die zudem auch Keyboard und Akustikgitarre spielt. E-Gitarren gibt es im DEAD-VENUS-Kosmos übrigens ebenso wenig wie Auto-Tune und Drum-Samples. Wenn wie beim druckvollen „Kiss of The Muse“ verzerrte Gitarren zu hören sind, stammen diese Sounds vom Stahlsaiter. Es gibt aber auch Songs, denen man so gar nicht den angekündigten Prog-Rock-Stempel aufdrücken würde: „Dark Sea“ ist so eine Nummer, die man eher irgendwo zwischen Funk und Soul verorten würde, „Human Nature“ klingt folkiger, fast schon nach Neo-Folk, bis der Sound temperamentvoller und damit auch tatsächlich proggiger wird. Darauf folgt mit „Valediction“ ein weiteres instrumentales Klavierstück mit klassischer Attitüde, bevor DEAD VENUS es mit „The Beauty“ ein wenig härter angehen. „Redemptionless“ startet mit einem Synthie-Intro, um dann rockige Eruptionen ins Rennen zu schicken. Zart statt hart ist das Motto des verträumt-melancholischen „Dear God“ und wer glaubt, dass es mit „The Sirens Call“ ebenso weitergeht, bekommt zwischendrin auch mal ordentlich was auf die Mütze. „Alone“ beginnt in jazziger Manier, verlegt sich dann jedoch plötzlich auf hektisches Geschrei, ein Bruch, dem ich nicht so ganz folgen konnte. Am Ende sorgt „The Flying Soul“ noch für das Gefühl, einer kleinen Improvisation im Studio beizuwohnen, während man sich immer noch fragt, in welchem Action-Kracher man schon mal die Anfangsmelodie des pumpenden Titeltracks „Bird of Paradise“ gehört hat.

Diese Frage konnte ich für mich leider nicht klären. Ich kann DEAD VENUS und „Bird of Paradise“ dafür aber all denjenigen ans Herz legen, die auf weiblichen Gesang und Rock stehen, der zumindest im weitesten Sinne Richtung Prog geht. Eine Prise Klassik, Metal, Folk und Jazz blitzen nämlich bei den Eidgenossen auf jeden Fall auch noch durch.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu DEAD VENUS