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DEAMON’S CHILD - Demo

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Artist DEAMON’S CHILD
Title Demo
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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8.3/10 (16 Bewertungen)

Bei DEAMON’S CHILD aus Hannover handelt es sich, metaphorisch gesprochen, tatsächlich noch beinahe um Kinder. Die Band wurde nämlich erst im Frühjahr diesen Jahres von John Deamon gegründet, der dann auch konsequenterweise gleich für sämtliche Instrumente auf dem hier vorliegenden ersten Demo verantwortlich zeichnet. Lediglich der Gesang geht auf das Konto von Anami Deamon, die mittlerweile ebenso zur dämonischen Rasselbande gehört wie Schlagzeuger Jack – natürlich – Deamon.

Musikalisch wird auf dem sehr roh und unprätentiös produzierten Scheibchen eine Mischung aus Seventies-inspiriertem Stoner-Sludge-Riffrock und den eingängigeren Momenten von SONIC YOUTH zelebriert. Letzteres geht auf das Konto von Sängerin Anami, deren wahlweise gehauchte oder geschriene Intonation stark an Kim Gordon oder auch Kim Deal von THE BREEDERS erinnert, inklusive der typischen, drogigen Lethargie in der Melodieführung. Das kann zwar auf die Dauer anstrengend sein, aber erstens handelt es sich bei dem unbetitelten Demo um eine EP von knapp 22 Minuten, und zweitens ergänzt sich der vokale Minimalismus auf interessante Weise mit dem ebenfalls strukturell einfach gehaltenen Riffing, dass in seinen guten Momenten mitunter an die legendären MELVINS erinnert. Im Zusammenspiel erzeugen diese Komponenten einen deutlich psychedelischen Unterton, der im Kontext des staubigen Grundsounds ein authentisches Garagen-Flair versprüht. So weit, so interessant, doch leider offenbart die Mixtur doch die eine oder andere kleine Schwäche im Songwriting. Des Öfteren hat man das Gefühl, dass hier die durchaus guten Ideen nicht ganz zu Ende gedacht wurden und in ihren Ansätzen stecken bleiben. So bleiben dann Songs wie „Venus“ en wenig in der Belanglosigkeit stehen und enden genau in dem Moment, in dem man glaubt, eine neue Facette in ihnen entdeckt zu haben, die weitere Möglichkeiten zu spannenden Arrangements eröffnen könnten. Schade eigentlich, denn eigentlich liegt in der Grundausrichtung von DEAMON’S CHILD eine Menge Potential, was mit diesen hier besprochenen Aufnahmen nicht vollends ausgeschöpft wird.

Fazit: DEAMON’S CHILD sind eine durchaus viel versprechende neue Combo in der Schnittmenge von Stoner- und Noise Rock, bei der man gespannt sein darf, was dabei heraus kommt, wenn sich das komplette Kollektiv am Songwriting und an den Aufnahmen beteiligt. Ausreichend gute Ideen und musikalisches Potential sind jedenfalls vorhanden.

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