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DEAR READER - Replace Why With Funny

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Artist DEAR READER
Title Replace Why With Funny
Homepage DEAR READER
Label CITY SLANG
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Dass die nächste Fußball-WM in Südafrika ausgetragen wird, dürfte hinlänglich bekannt sein, aber dass dort unten am Kap der Guten Hoffnung auch wunderbarer Indie-Pop zu Hause ist, könnte noch eine größere Verbreitung finden. Also erhebe ich meine Stimme für DEAR READER aus Johannesburg. Ein Duo, welches live noch um Drummer Michael Wright (21) ergänzt wird, bestehend aus der wunderbaren 24-jährigen Sängerin und Pianistin Cherilyn McNeil und dem 34-jährigen Daryll Torr, der nicht nur Bass und Keys bedient, sondern hauptberuflich als Tonmeister und Studio-Ingenieur unterwegs ist, was ihm immerhin bereits einen Grammy für seine Arbeit mit dem auch hierzulande recht bekannten SOWETO GOSPEL CHOIR einbrachte.

Gospel oder afrikanische Folklore sucht man bei DEAR READER allerdings vergeblich. Stattdessen gibt es perfekten Indie-Pop, der mit Cherilyns fragilen Stimme alsbald gefangen nimmt. Die Instrumentierung ist mal sparsam, mitunter aber auch fast schon pompös, gelegentlich kommen gar Waldhörner, dicke Geigen und monumentale Chöre zum Einsatz – etwa bei „Never Goes“ oder „The Same“, das sich mit der südafrikanischen Heimat des Zweiers beschäftigt, in der sich die beiden, die einer englischstämmigen Minderheit angehören, nicht immer zu Hause fühlen. Meist dominieren jedoch Piano und Gitarre, so beim federleichten „Great White Bear“, dem melancholischen „Release Me“ oder dem finalen „Everything Is Caving“, das mit schrägen Orchester-Einsprengels überrascht. Sehr britisch , fast sogar viktorianisch klingt „What We Wanted“ und ich wüsste zu gern, ob das wohl eine Melodica ist, die man ganz leise im Hintergrund hört, bevor der Chor stimmgewaltig eingreift. Zu diesem Zeitpunkt ist man allerdings eh schon völlig Miss McNeil verfallen, die auch den beschwingten Nummern wie „Way of The Word“ oder „Dearheart“ den letzten Schliff verleiht.

Ich überlege derweil immer noch, ob „Bend“ mit seinem verträumten Start und den darauf folgenden verspielten Rhythmen mein Favorit ist… Am besten höre ich mir die Scheibe einfach gleich noch mal an! „Replace Why With Funny“ zeigt Südafrika von einer seinen schönsten Seiten. Da sind 40 % Arbeitslosigkeit, extreme Gewalt und das jahrzehntelang vorherrschende Apartheid-Regime nur noch vage Erinnerungen und wen interessiert eigentlich diese Fußi-WM???

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