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DEATH IN JUNE / VON THRONSTAHL / THE DAYS OF THE TRUMPET CALL / FOLKSTORM VS. MZ. 412 - Steel Night

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Artist DEATH IN JUNE / VON THRONSTAHL / THE DAYS OF THE TRUMPET CALL / FOLKSTORM VS. MZ. 412
Title Steel Night
Homepage DEATH IN JUNE / VON THRONSTAHL / THE DAYS OF THE TRUMPET CALL / FOLKSTORM VS. MZ. 412
Label Cold Spring Records
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Gut zwei Jahre ist es her, dass das englische Label Cold Spring Records am 29. November 2001 zur „Steel Night“ nach London geladen hatte, einer Veranstaltung die im Rahmen des zweitägigen Stigma Festivals abgehalten wurde. Als Location diente das Slimelight und für einige der angekündigten Acts des industriellen Stahls und angrenzender Gebiete sollte es zumindest auf der Insel das Live-Debut markieren. Der überwiegende Teil des Abend wurde seinerzeit digital festgehalten (lediglich der Auftritt der Franzosen Nocturne wurde ausgespart) und wird nun mit etwas Verspätung der Nachwelt zum Fraß vorgeworfen. Das Rundum-Sorglos-Paket erscheint in einer schlichten Box, welche mit vier CDs und einem Poster mit Fotos der diversen Live-Aktivitäten gefüllt ist. Die einzelnen Bands verteilen sich dabei jeweils auf seperate Discs, wobei dies zwar hinsichtlich der Spieldauer längst nicht bei allen geboten gewesen wäre, jedoch zweifelsohne einen guten Schachzug darstellt. Denn die Pappschuber, hinter denen sich die Scheiben verstecken, sind mit ihren unterschiedlichen Camouflage-Mustern nett anzusehen sind und durch die Vierteilung gibt jede der Shows ein in sich geschlossenen Bild ab.

Den überraschenden Beginn, in Ergänzung zum ursprünglich vorgesehenen Line-Up, machten DEATH IN JUNE. Douglas P. hatte spontan angefragt, ob er den Startschuss mit einem kleinen Akustik-Set geben konnte, und so stand er da, ein Mann und seine Gitarre. Fünf Songs durften die Anwesenden bestaunen (den Publikumsreaktionen nach zu urteilen, war zu diesem Zeitpunkt allerdings in der Halle wohl noch nicht allzu viel los), darunter mit „The enemy within“, „Tick Tock“ und dem Titeltrack gleich drei Stücke vom 2001-er Album „All pigs must die“.

Auf der zweiten CD folgen THE DAYS OF THE TRUMPET CALL, die mit kompletter Besetzung die Bühne belebten. Feierliche, orchestrale Neoklassik, elektronische Percussion und einige gesprochene/gesamplete Textpassagen zeichnen den Grundriss dieser Formation. Der kurze Auftritt enthielt unter anderem „A dream“ vom Debutwerk sowie „(To) The masters of decay“, ein Lied, welches auf der Buch/CD-Kombination „Heroes & traitors“ zu finden ist, die Kurzgeschichten des Autors James Bravewolf mit Illustrationen und mit der Musik von TDOTTC verbindet. Ihr bei diesem Event bestes und eindringlichstes Stück („Kein Friede…“) blieb allerdings dem Schluss vorbehalten.

Wo TDOTTC auftreten, sind auch VON THRONSTAHL nicht weit (oder umgekehrt). Insgesamt eher mit seltenerer Live-Präsenz gesegnet, gab sich Josef K. die Ehre, und auch Raymond P. durfte selbstverständlich noch einmal ran. Etwaige Kontroversen zu VT sollen an anderer Stelle diskutiert werden, hier zählt allein die Musik. Rein menschlich machten die Herren jedenfalls zuletzt an ihrem Stand beim diesjährigen WGT auf mich einen netten Eindruck. Und die musikalische Seite ihrer bislang vier CDs ist sowieso nicht zu verachten; erst vor wenigen Monaten erschien „Bellum, Sacrum Bellum!?“. An besagtem Abend war das natürlich noch Zukunftsmusik und Basis ihrer Darbietung war zunächst der Erstling „Imperium Internum“. Aber daneben wurden unter anderem mit dem auf einem AC/DC-Gitarrenriff basierenden „Bells“ sowie dem wuchtigen „Rücke vor bis zur Schlossallee“ auch die Nachfolger bedacht. Schließlich ist mit „Curfew / Stay in your homes“ auch noch ein bis heute unveröffentlichter Song enthalten, welcher meines Wissens noch als Compilationbeitrag erscheinen soll und daher von Interesse sein könnte. In diese Nummer hat sich übrigens, von der Tracklist unbemerkt, am Ende auch noch „Vorwärts, die Raben der Endzeit“ eingeschlichen. Ansonsten ist ein VT-Livemitschnitt insoweit interessant, als dass sich die Kompositionen stets in leicht abgewandelten Versionen darstellen.

FOLKSTORM vs. MZ. 412 wussten mit gepflegten Noise-Attacken und einem Kessel Buntes aus ihrem scheinbar unermüdlichen Fundus an düsterem, destruktivem Industrial zu unterhalten, in den auch einige der anderen, kaum noch überschaubaren „Nebenkriegsschauplätze“, insbesondere von Nordvargr, einbezogen wurden. So stammt zum Beispiel „Breed for me“ eigentlich von dessen Projekt Körperwelten. An MZ. 412 – Material tun sich „Invok: Satha 412.71“ und „Komuni: Disciple 824.9 KX“, beide vom Album „Domine Rex Inferum“, hervor, während von FOLKSTORM selbst etwa „Legija“ (Album: „For the love of hate“) oder „Noisient“ von der gleichnamigen 10-inch beigesteuert wurden. Erwähnenswert ist außerdem noch „Hail the queen“, der letzte Track, der von den mittlerweile zu den Akten gelegten FOLKSTORM jemals aufgenommen wurde.
Anfangs ließen sie es – in ihren Grenzen – noch etwas ruhiger angehen, um abschließend kein Stein mehr auf dem anderen stehen zu lassen. Nichts für Zartbesaitete also. Und als zum Ende „When Folkstorm comes to town“ erklang, hatte sicherlich jeder Besucher vor Ort längst am eigenen Leib erfahren, was das bedeutet…

Der Sound ist durchweg eher originalgetreu und nicht besonders überarbeitet. Das passt an einigen Stellen besser, an anderen weniger gut, ist aber allemal ausreichend und sollte kein Hindernis sein, die 1500 Exemplare an den Mann zu bringen.

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