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DECENCE - The First Step

VN:F [1.9.22_1171]
Artist DECENCE
Title The First Step
Homepage DECENCE
Label EXCENTRIC RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
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Eins vorab: Bei dieser CD habe ich ein etwas zwiespältiges Gefühl, warum, dass werde ich später deutlich machen (oh, jetzt nehme ich mich aber wichtig…). DECENCE besteht einzig und allein aus Oliver Mietzner, über den mir kaum biographische Informationen vorliegen. Nun ist Egozentrik im Elektrobereich ja keine Seltenheit und sagt nichts über die Qualität aus. „The First Step“ – wie der Name schon andeutet – kommt als aller erste reguläre Veröffentlichung daher, lediglich der Opener “Genesis” wurde auf dem Sampler „Zwischenfall Vol. 5“ platziert und das nicht ohne Berechtigung.

Und da haben wir gleich die Bescherung: „Genesis“ trägt nicht nur den Namen eines bekannten VNV NATION Songs, er hört sich auch ein wenig danach an: Pompöse leicht barocke Elektronik mit melancholischem Gesang, der gut ins Ohr geht. Und so geht es weiter, nein, es hört sich nicht alles nach den Engländern an, es hört sich alles nach XXX an, wobei XXX jeweils für einen bekannten Elektro Act steht. Besonders krass fällt das bezeichnenderweise in deutsch intonierte „Die Engel, die du riefst“ aus. Wer hier nicht an WOLFSHEIM denkt, hat die letzten Jahre keine Stereoanlage besessen. Von Plagiat zu sprechen kann da kein Fehler sein: Theatralik, Stimmfärbung, Phrasierung und die sanften Beats kopieren Heppner und Friends bis ins letzte Detail, ohne dass es sich schlecht anhören würde. Auch mit House-Elementen wird hier und da jongliert („In Neon Light“), es gibt keine Berührungsängste oder Grenzen in Mietzners Kompositionen. Weitere Referenzbands sind langsame AND ONE oder auch DEINE LAKAIEN, ohne deren Tiefe zu erreichen (erreichen zu wollen?). Ein latentes 80er Feeling plus entsprechende Melancholie prägen die Songs, die nur sehr selten die Midtempo-Grenze durchbrechen.

60 Minuten lang wird ein Elektro-Gemischtwaren-Laden geöffnet, der in seiner Gesamtheit sehr abwechslungsreich und professionell ausfällt, im einzelnen aber relativ stark abkupfert. Nun kann man die augenblickliche Szene in diesem Bereich sowieso nicht besonders innovativ nennen, von daher kann ich mich nicht zu einem einheitlichen Urteil durchringen. Stücke wie „Words of Truth“ besitzen diese “gefürchtete” Ohrwurmqualität, anderes plätschert auch mal vor sich hin. Wer eine gute Scheibe zwischen Synth Pop und gemäßigtem Elektro sucht, darf sich DECENCE getrost auf den Zettel schreiben, aber er muss sich auch bewusst sein, wer die Originale sind. Also bitte beim nächsten mal selbst zum Original werden, das Potenzial ist da!

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