Band Filter

Request did not return a valid result

DEICHKIND - Arbeit nervt

VN:F [1.9.22_1171]
Artist DEICHKIND
Title Arbeit nervt
Homepage DEICHKIND
Label UNIVERSAL
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.5/10 (2 Bewertungen)

Da ist es also: Das vierte Album „Arbeit nervt“ der Hamburger Nicht-Mehr-So-Ganz-Hip Hop Formation DEICHKIND. Mit der Single „Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)“ vom 2006er Longplayer „Aufstand im Schlaraffenland“ gelang DEICHKIND ein Sommerhit, ohne den im letzten Jahr keine Party denkbar war. Ganz so viel Erfolg war dem DEICHKIND-Beitrag zum Bundesvision Song Contest 2005 nicht vergönnt. „Electric Super Dance Band“ schaffte es nur auf den letzten Platz, was die DEICHKINDer mit Gelassenheit nahmen. Dass sie live sehr wohl zu überzeugen wissen, zeigten sie beispielsweise beim diesjährigen Hurricane, wo sie vor Zehntausenden eine der unterhaltsamsten Shows des Festivals abzogen.

Zukünftig wird wohl der Opener „Hört die Signale“ vom neuen Silberling fester Bestandteil der Setlist sein, passt dieser Song doch hervorragend zum gewollt prolligen Style und der bekannten Zitzen-Bühnenshow. „Dicker Bauch“ ist neben einer Aufzählung fülliger Medienstars auch die musikalische Verarbeitung ungesunden Ernährungsverhaltens während der letzten Tour, die offensichtlich zu Gewichtszunahmen führte. Mit dem Titeltrack „Arbeit nervt“ folgt die nächste Aneinanderreihung, diesmal erfahren wir welche Berufsstände besonders üble Jobs ausführen müssen (erwähnt seien hier die Viehbefruchter…), wobei wir uns stilistisch immer noch im knackigen TechRap bewegen. Gedanken an KRAFTWERK und die Achtziger kommen stattdessen bei „Ich und mein Computer“ auf. Die Nummer erinnert entfernt an HEINZ STRUNKs „Computerfreak“ und kann problemlos zum Abreagieren von PC-Frust verwendet werden – vielen Dank dafür! „23 Dohlen“ setzt derweil auf Minimal-Sound und rätselhafte Texte, bevor „Luftbahn“ Neunziger-Jahre-Großraum-Disco-Flair versprüht. Durchaus eine amüsante Abwechslung, die live gut ankommen dürfte. „Metro“ kehrt zum typischen DEICHKIND-Stuff mit Party-Bezug zurück, während „Klötersound“ nur ein kurzer Pausenüberbrücker ist, der den Weg für „Gut dabei“ ebnet. Hier haben DEICHKIND sich beim in Ungnade gefallenen König des Glam-Rocks bedient und das legendäre „Rock & Roll Part 2“ von GARY GLITTER erfolgreich verwurstet.. Ein monotoner Aufenthalt findet „Im Raucherzimmer“ statt, dann lädt „Travelpussy“ zum Gebrauch einer künstlichen Vagina für unterwegs ein, die sich anscheinend besonders bei Truckern größerer Beliebtheit erfreut, für kleines Geld am Automaten erhältlich ist und deren Existenz mir bislang nicht mal bekannt war. Mit „Hoverkraft“ versprechen DEICHKIND eine „Butterfahrt of the devil“, dann heißt es lasziv-rhythmisch „Komm rüber“, um zum Schluss „Urlaub vom Urlaub“ zu machen. Ein funkiger Abgesang auf die Achtziger, der die Kritiker spalten wird.

Ich erwarte von DEICHKIND keine tiefschürfenden Texte, sondern gute Stimmung. Die verbreiten sie mit „Arbeit nervt“ mit Sicherheit wieder und den Rest erledigen MC Philipp Grütering, Produzent Sebi Hackert, DJ Phono, Bassist Porky und seit diesem Jahr auch Neuzugang FERRIS MC live ohne jeden Zweifel. Hochgeistige Ergüsse darf man dabei naturgemäß nicht erwarten und auch musikalisch steht im Vordergrund die Partykompatibilität. Ans Herz legen möchte ich euch noch die sehenswerten Federfotos der Bandmitglieder im Booklet, die wirklich sehr gelungen sind. In dem Sinne: Gute Unterhaltung!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

DEICHKIND - Weitere Rezensionen

Mehr zu DEICHKIND