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DENDEMANN - da nicht für!

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Artist DENDEMANN
Title da nicht für!
Homepage DENDEMANN
Label UNIVERSAL
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Ob man in Süddeutschland wohl auch die Redewendung „da nicht für“ kennt? Dieses lakonische Abwinken, wenn ein „Danke“ nicht nötig ist, weil etwas Selbstverständiges getan wurde? Keine Ahnung, aber so wahnsinnig viel ist inzwischen ja leider nicht mehr selbstverständlich. Vielleicht hat der 44-jährige Daniel Ebel, der besser als DENDEMANN bekannt ist und am Rande des Sauerlandes aufgewachsen ist, diesen Spruch erst in Hamburg, wo er seit 1996 lebt, kennengelernt. Wahrscheinlich werden wir es nicht erfahren. Dafür wissen wir jedoch, dass „da nicht für!“ das dritte Solo-Studioalbum von DENDEMANN ist, der zuvor gemeinsam mit DJ RABAUKE als EINS ZWO Hip Hop machte und zusammen mit seiner Band DIE FREIE RADIKALE 2015 und 2016 für die Live-Musik bei Jan Böhmermanns Neo Magazin Royale verantwortlich zeichnete.

Aus dem TV werden vermutlich die meisten auch den wortgewandten Rapper kennen, der in seinen Texten ganz ohne Sexismen und Gossensprache auskommt und auch sonst nicht auf dicke Hose macht. Stattdessen gibt es mit dem Opener „Ich dende also bin ich“ eine Einführung in das System DENDE, ehe es im nachfolgenden „Alle Jubilare wieder“ um den Hedonismus der Berliner Party-Republik geht. Mit von der Partie ist hier der Kollege CASPER. Gleichzeitig bedient sich DENDEMANN verschiedener Samples. Etwa beim politisch motivierten „Müde“; hier ist HILDEGARD KNEFs „Ich bin zu müde um schlafen zu gehen“ zu hören, während „Menschine“ Samples aus „Nehmt Euch noch einmal in die Arme“ von SU KRAMER enthält. Im Übrigen haben wir es hier mit einem an KRAFTWERK erinnernden Industrial-Rap zu tun. Beim rhythmusbetonten „Drauf & Dran“ sind es verwehte Klangfetzen von MIA.s „Alles neu“, wohingegen die Aufforderung zum Widerstand „Zeitumstellung“ von TEUTILLA gefeaturt wird. TEUTILLA? Dahinter verbirgt sich Arnim Teutoburg-Weiß von den BEATSTEAKS. Alte Bekannte sind DENDEMANN und die BEGINNER, die nicht zum ersten Mal gemeinsame Sache machen. Vielmehr ist der Song „BGSTRNG“ eine Wiedervereinigung der besonderen Art mit beinahe klassischen Scratchings und einem straighten Beat. Letzter Gast am Mikro ist TRETTMANN beim partytauglichen „Littbarski“, wobei es nicht um den ehemaligen Fußballspielers des 1FC Köln geht, sondern um die ausgehbegeisterte bessere Hälfte. „Wo ich wech bin“ rekapituliert auf melodramatische Weise die frühen DENDEMANN-Jahre, während das resignative „Zauberland“ auf einem Sample des gleichnamigen RIO-REISER-Liedes basiert. Wo Reiser einer vergangenen Liebe nachtrauerte, beschreibt DENDEMANN das tägliche DRAMA geflüchteter Menschen.

Die Themen auf „da nich für!“ sind also vielfältig und die musikalische Darbietung von DENDEMANN voller anarchischer Energie. Ein satter Flow wird von einer guten Portion Selbstironie begleitet, das dürfte für diejenigen interessant sein, die auch bei Hip Hop und Rap nicht auf Niveau verzichten wollen.

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