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DER BLAUE REITER - Nuclear Sun

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Artist DER BLAUE REITER
Title Nuclear Sun
Homepage DER BLAUE REITER
Label ARS MUSICA DIFFUNDERE
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (5 Bewertungen)

Bei dem vorliegenden Projekt handelt es sich nicht um den musikalischen Ableger des gleichnamigen Künstlerkreises um die beiden expressionistischen Maler Wassily Kandinsky und Franz Marc. Warum sich die beiden Spanier Sathorys Elenorth und Lady Nott, die auch privat ein Paar sind, diesen deutschen Namen gegeben haben, ist mir nicht bekannt. Neben DER BLAUE REITER machen die beiden auch noch zusammen Musik in dem Fairy Folk-Projekt NARSILION und dem Neoklassik-Projekt ORDO FUNEBRIS. Elenorth ist zudem noch alleine mit LUGBURZ neoklassisch auf Solopfaden. Soviel Umtrieb klingt immer ein bisschen wie „Alles mal anfangen, aber nichts zu Ende bringen“. Tatsächlich ist das dritte Album von DER BLAUE REITER namens „Nuclear Sun“ aber ein richtiges Meisterwerk aus dem Gefüge von Neoklassik, Martial, Neofolk und Dark Ambient.

Thematisch geht es um die schlimmste zivile Atomkatastrophe der Menschheit, dem Super-GAU von Tschernobyl am 26. April 1986, mit seinen Opfern, Helden und Auswirkungen bis in die heutige Zeit. DER BLAUE REITER teilen ihr Werk in vier Abschnitte. Im Prolog ertönt die russische Volksweise „Katjuscha“. Unauffällig schleicht sich ein immer stärker werdender Warnton ein, der mit Babygeschrei endet und schließlich ertönen sanfte Pianotöne, die mit Streichern ergänzt werden. Die erste Episode (Die Katastrophe) beginnt mit Originalsamples und leicht martischem Ambient. Der nächste Track ist ein wunderschönes Martial-Trommel-Folk-Stück, wo ich mir sogar anmaße, Parallelen zu ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO zu ziehen. Denn hier wird die Musik durch den Sprechgesang der beiden Musiker ergänzt, was sehr gut klingt und was es auf den bisherigen, rein instrumentellen Veröffentlichungen nicht gab. Die zweite Episode wurde „die Geisterstadt“ benannt. Gemeint ist damit der Ort Prypjat, der dem Kraftwerk am nächsten gelegen war/ ist. Der erste Track ist wieder ein tot-trauriges Pianostück mit Streicherbegleitung. Im nächsten schmettert ein stolzer Männerchor die russische Hymne, gefolgt von martialischen Trommeln. „The Fall of Light“ ist dann wieder ein OREesker Martial-Song in allerfeinster Manier. Die letzte Episode ist den Helden der Katastrophe gewidmet. Ein tränenerweichendes Ambient-Stück mit sanften Streichern gedenkt hier derer Taten. Das Titelstück kombiniert geschickt alle Stile des Albums inkl. männlicher Stimme und schafft somit eine dichte Atmosphäre, die sich im folgenden Track fortsetzt und von Lady Nott abgelöst wird. „End Credits ‚In Memoriam’“ schließt angemessen mit einem Trommelsalut, etwas fröhlicheren Melodien und schließlich noch einmal mit „Katjuscha“ angemessen ab.

Ich muss sagen, DER BLAUE REITER haben hier ein Glanzstück abgeliefert, mit dem sie locker als Anwärter auf das beste Genre-Album 2009 gelten können. Waren bei den Vorgängerwerken die einzelnen Elemente Dark Ambient, Neoklassik und Military Martial noch klar getrennt, fügen sie sich auf „Nuclear Sun“ zusammen, als würde es gar nicht anders möglich sein. Fantastisch ist auch die stimmliche Unterstützung der beiden Spanier, die vor allem die Titel „Radioactive“ und „The Fall of Light“ zu richtigen Meisterwerken macht. Aber auch der Rest muss sich dahinter nicht verstecken. Absolute… und das schreibe ich nun wirklich nicht oft… Kaufempfehlung, denn hier gibt es nicht das Geringste zu meckern. Und die Professionalität spiegelt sich auch noch im eleganten Digipack wieder, das entsprechend der Thematik gestaltet ist. Weiter so.

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