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DES TEUFELS LOCKVÖGEL - Schwarze Kunst

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Artist DES TEUFELS LOCKVÖGEL
Title Schwarze Kunst
Homepage DES TEUFELS LOCKVÖGEL
Label CURZWEYHL
Leserbewertung
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7.0/10 (4 Bewertungen)

Mittelaltermarktmusik oder Sackpfeifenkakaphonie, wie sie so manche böse Zunge hinter vorgehaltener Hand auch gerne nennt, ist Trend. Trends neigen dazu aufgrund ihrer unabstreitbaren Eigenschaften eben auch als Trend wahrgenommen und infolgedessen von äußeren Faktoren bis zur völligen Entfremdung verzerrt zu werden. Es ist schon für manchen Geschichtspuritaner schwer, wenn Musiker für sich selbst in Anspruch nehmen, historische Mittelaltermusik zu machen. Gänzlich für Kopfschütteln sorgt jedoch vor allem aber die traurige Tatsache, dass die breite Masse die Kombination von Dudelsäcken, E-Gitarren-Riffs und einer von Leinwandrittern inspirierten Sprache landläufig mit mittelalterlicher Musik gleichsetzen.

Das Bandzweigespann VAN LANGEN und DES TEUFELS LOCKVÖGEL vereint diese beiden sehr unterschiedlichen Positionen in einer einzigen Besetzung. VAN LANGEN übernehmen hierbei den Part der „Mittelalter Rock“-Band, während DES TEUFELS LOCKVÖGEL Marktmusik mit viel Herz produzieren, die wesentlich lockerer daherkommt als die teilweise recht verkrampft wirkenden Kompositionen von VL. Der Name DES TEUFELS LOCKVÖGEL stammt von dem gleichnamigen VAN LANGEN Album aus dem Jahr 1999, das musikalisch auch die Linie der heutigen LOCKVÖGEL vorwegnimmt und der offensichtliche Auslöser der mittlerweile abgeschlossenen konzeptionellen Trennung der beiden Bands war. Natürlich nur rein musikalisch, bleibt die personelle Überschneidung doch mit Herrn Van Langen selbst weiterhin gegeben.

Neun lange Jahre sind seit „Des Teufels Lockvögel“ vergangen, neun Jahre, in denen die LOCKVÖGEL drei weitere Alben veröffentlicht haben. „Schwarze Kunst“ ist nun Album Nummer fünf und wirkt so unverbraucht wie das Debüt, mit dem kleinen Unterschied, dass die Musik der LOCKVÖGEL gereift und der Selbstfindungsprozess spätestens jetzt vollends abgeschlossen ist. Magische Marktmusik mit einer sehr mittelalterlichen Bildsprache und vor allem deutschen Texten, die nicht in einem großen Fass Pathos qualvoll ertränkt wurden. Ein wenig kitschig geht es gelegentlich dennoch zu, meist in Form der zehn „Sprüche“, welche die Übergänge zwischen den einzelnen Liedern markieren. In Anbetracht des sonst Gebotenen versprüht das jedoch wesentlich mehr Charme als Scham. Bei „Der Alchimist“ oder „Schwarze Kunst“ harmonieren Pauken, Trommeln, Dudelsäcke und der sprachrhythmisch außergewöhnlich gut gelöste Gesang fast schon unheimlich gut und unterstreichen zusammen mit dem treibenden „Tempus Est Iocundum“ die nicht nur farbliche Vielfalt des Gefieders der LOCKVÖGEL. Durch eher atmosphärische Beiträge heben sich die LOCKVÖGEL zusätzlich sogar noch ein bisschen vom allzu typischen „Mittelaltermarkt-Sound“ Anno 2008 ab, was Querhörern sehr entgegenkommen dürfte.

Als außergewöhnlich bezeichnen kann man „Schwarze Kunst“ nicht, aber der Longplayer sorgt immerhin für einiges an „Curzweyhl“. DES TEUFELS LOCKVÖGEL haben etwas seltenes vollbracht: Nach langer Zeit werde ich wohl doch einmal wieder den einen oder anderen Mittelaltermarkt besuchen, ein bisschen Met trinken und hoffen, sie nach langer Zeit einmal wieder live erleben zu können.

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