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DESPAIRATION - Music for the Night

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Artist DESPAIRATION
Title Music for the Night
Homepage DESPAIRATION
Label MY KINGDOM MUSIC
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„Melissa kissed the sky, you may remember. She passed away and left lovesick Elias behind.“ Das Konzept des hinterbliebenen Geliebten, welches DESPAIRATION schon in einem Lied ihres letzten Albums aufbrachten, birgt die Ausgangssituation für das vorliegende Konzeptalbum „Music for the Night“. Elias verzweifelt an Melissas Grab, der Schmerz ist schier unerträglich für ihn. Im Schlaf reist seine aufgewühlte Seele durch Raum und Zeit, besucht Unterwelten und die Sterne. Not und Pein muss Elias in dieser Nacht durchleiden, um wieder Glück im Herzen fühlen zu können. Doch schlussendlich erkennt er am Morgen eines neuen Tages, dass Melissa ihn nie verlassen hat, dass sie trotz ihres Todes immer bei ihm sein wird.

Mit DESPAIRATION hat Sascha Blach neben TRANSIT POETRY ein weiteres Projekt am Start, welches allerdings deutlich gitarrenorientierter vorgeht. Romantischer balladesker Gothic Rock wird hier zelebriert, zu komplex, als dass er sich bei einmaligem Hören komplett erschlösse. Zwar geben sich die Songs an ihrer Oberfläche eingängig und abwechslungsreich, doch bei genauerem Lauschen entfalten sich manch schräge Zwischentöne und man wird einer melodischen Linienführung gewahr, die entfernt an bowieskes Schaffen gemahnt. Auch Blachs Stimme verstärkt vor allem bei Tracks wie „Firebird“ oder „Colourado Mindtrip“ diesen Eindruck und hebt den Output der Bayreuther Formation von der Masse anderer ähnlich gearteter Projekte ab. Sanfte Pianoklänge, ein paar akustische Einlagen, einige progrockige Gitarreneinsprengsel, dezente Bläsereinsätze („River of Perdition“) und ein Violinenspiel, das in „Penelope“ ein wenig an ANGIZIA erinnert. Überhaupt findet sich ein erfrischend ungewöhnliches Instrumentarium auf „Music for the Night“, sogar ein Didgeridoo hat man rekrutiert. Und u.a. bei „Proteus“ arbeiten DESPAIRATION mit weiblichen Gastvocals, deren Melodie mich speziell bei diesem Lied an SEAL’s „Kiss from a Rose“ denken lässt.

Nun sollte man aber nicht meinen, „Music of the Night“ sei ein zusammengestoppelter musikalischer Flickenteppich. Nein, die Einflüsse und Besonderheiten werden zu einer einzigartigen Textur verwoben, die zusammen mit dem lyrischen Konzept eine ganz besondere kleine Nachtmusik ergibt. Welche man am besten in Dunkelheit und Stille für sich allein genießt. „But be aware, Elias might be everyone and none of you!“

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