Band Filter

D’ESPAIRS RAY - [Coll:set]

VN:F [1.9.22_1171]
Artist D’ESPAIRS RAY
Title [Coll:set]
Homepage D’ESPAIRS RAY
Label GAN-SHIN
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.0/10 (1 Bewertungen)

In Japan entwickelt sich in den letzten Jahren eine richtig große Szene, was Indie-Musik und dort vorne weg den „Visual Kei Rock“ betrifft. Eine der erfolgreichsten und auch abgefahrensten Combos ist sicherlich D’ESPAIRS RAY. Diese geben auf Ihrer Homepage auch ihren Lieblings-Duft, die Blutgruppe und ihre derzeit bevorzugte Zigaretten-Marke an. Dort drüben laufen die Uhren eben anders. Dazu zählt auch, dass DR seit 1999 noch kein volles Album veröffentlicht haben, sondern ihren großen Erfolg alleine Singles zu verdanken haben. So ist dieses Werk nun mehr eine Art Sammlung an Songs als ein richtiges Konzept-Album.

Nun aber zu „[Coll:set]“ selbst. Musikalisch einzuordnen ist die Band dabei gar nicht so einfach. So finden sich in den 14 Stücken Einflüsse aus Indie, Metal, Gothic und Nu Metal. So rockt z.B. der Opener „Infection“ sehr düster, aber mit fetten Riffs etwas schleppend daher. Schöne Keys-Untermalung und ein sehr eindringlicher Gesang, welcher schön vom leidlichen Klagen und energischen Shouts auch mal zu kurzen Growls wechselt. „Dears“ geht dann noch etwas mehr in die Nu Metal-.Richtung mit einem regelrechten Ohrwurm-Refrain, wobei es durch die Vermischung der englischen und japanischen Sprache (wie bei den meisten Songs) etwas schwer wird, dem Text zu folgen. Hört sich aber sehr interessant an. Bei „In Vain“ könnte man meinen, dass sich COAL CHAMBER wieder reformiert hätten, so fett preschen hier die Riffs nach vorne, und Sänger Hizumi keift richtig böse daher. Dazu noch der melodischere Mittelteil und schon haben wir einen richtigen Kracher, der auch in deutschen Clubs sicher für Alarm sorgen dürfte. „Forbidden“ rockt etwas mehr in die Elektro-Ecke, und mit „Hai to Ame“ findet sich sogar eine Art Ballade mit deutlichem Goth-Einschlag. So müsste man eigentlich jeden Song einzeln beschreiben, um [Coll:set] gerecht zu werden. Eines ist klar, die Scheibe rockt fett produziert und dürfte so manchen europäischen Rock-Fan aufhorchen lassen. Auch wenn die Kombination aus englischen und japanischen Vocals und der im cleanen Bereich doch etwas gewöhnungsbedürftige (aber schon für diese Region typische) Gesang eine Weile braucht, um anzukommen. Als nettes Gimmick hat man dem Album noch ein zweites Booklet beigefügt, in welchem die japanischen Text-Teile zuerst für uns lesbar und dann noch ins Deutsche übersetzt abgedruckt wurden. Dies ist dann allerdings unübersichtlich ausgefallen und versucht man mitzulesen, verliert man doch schnell den Anschluss.

Ohne Frage eine verdammt interessante Combo, die nun lautstark in die europäische Szene drängt und dabei ohne Zweifel einige sehr coole Songs zu bieten hat. Fans von SMASHING PUMPKINS über COAL CHAMBER bis hin zu Goth-Metallern sollten hier auf alle Fälle mal reinschuppern. Wobei für die schwarzen Clubs eher der EBM-Remix zu „Marry of the Blood“ passend sein sollte. Zudem dürfte ein Live-Gig auch optisch ein Erlebnis sein.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

D’ESPAIRS RAY - Weitere Rezensionen

Mehr zu D’ESPAIRS RAY