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DEVICE (US) - s/t

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Artist DEVICE (US)
Title s/t
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DISTURBED sind zweifelsohne eine Ikone des Alternative Metals und eine der wenigen Gitarren-Bands, die mich heutzutage noch hinter dem Ofen hervorlocken. Nichtsdestotrotz ist eine gewisse Gleichförmigkeit in den letzten Veröffentlichungen der US-Amerikaner spürbar, die zweifelsohne nicht ohne ihren charismatischen Shouter existieren könnten. David Draimans Stimme, Klangfärbung und Sprach-Rhythmus sind unverkennbar und DAS große Markenzeichen des Vierers. Da ist es natürlich nicht uninteressant, inwieweit er sich mit seinem Solo-Projekt DEVICE von den gewohnten Klängen emanzipieren kann. Im Presseinfo wird das Ganze als futuristischer Gitarren-Sound mit elektronischem Vibe und Industrial Rock-Einflüssen bezeichnet, was bekanntermaßen im amerikanischen Sinne nicht bedeutet, dass man hier etwa Hands-Einflüsse vernehmen könnte. Die Basis ist und bleibt trotz des Tetsuo-artigen Covers einfach harter Rock, der mit etwas mehr elektronischen Spielereien verfeinert wurde als gemeinhin bei Daves Mannen üblich.

Die Unterschiede zur Stamm-Band sind folglich relativ gering, bereits der Opener „You Think You Know“ könnte jederzeit auf einer DISTURBED-VÖ stehen. Absolut typischer Sprech-Gesang in den Strophen, absolut typischer, recht poppiger Refrain. Funktioniert hier ganz gut, beim folgenden „Penance“ eher weniger. Dafür knallt die Vorab-Single „Villify“ richtig heftig, der Refrain wird zwar am Ende etwas totgenudelt, will aber auch nicht mehr aus dem Ohr. Experimentell wird es beim folgenden „Close My Eyes Forever“, wo die erste Gaststimme eingesetzt wird. Lizzy Hale (HALESTORM) und Herr Draiman erschaffen ein langsames Pathos-getränktes Stück, das unweigerlich an die 80er erinnert und möglicherweise den einen oder anderen Puristen verschrecken könnte. Für mich schönes Kino 2er gut harmonierender Stimmen. Im Folgenden geben sich weitere hoch dekorierte Gäste das Mikrophon in die Hände. Der unvergleichliche Serj Tankian etwa oder Tom Morello beim Highlight „Opinion“. Generell hätte man die „Bonus-Stimmen“ aber noch etwas Gewinn-bringender einsetzen können, denn als recht schnödes Beiwerk. Mr. Draiman bleibt ganz klar „Man of the Match“.

So kommt man nach 10 keineswegs schlechten Songs am Ende des Weges an und könnte DEVICE vielleicht als DISTURBED 2.0 bezeichnen. Mehr Effekte, mehr Tempo-Variabilität, etwas mehr Innovation im Songwriting. Was hier in Zusammenarbeit mit Geno Lenardo (Ex-FILTER) entstanden ist, sollte jedem Fan von Daves Hauskapelle bestens reinlaufen, aber auch alle anderen weltoffenen Musikhörer zwischen hartem Rock und softerem Metal werden hier vorzüglich bedient, wenn sie das eine oder andere Keyboard tolerieren können. Anno 2013 wohl kein Problem mehr.

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