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DEVICE - Obstacles and Playgrounds

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Artist DEVICE
Title Obstacles and Playgrounds
Homepage DEVICE
Label LOCKJAW RECORDS
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Wenn man in Milton Keynes lebt, muss man wohl fast eine Rockband gründen, denn neben dem längsten Einkaufszentrum (720 m) ist hier auch der Stammsitz von Jim Marshall Amplification plc, die mit ihren Gitarrenverstärkern aus beinahe keinem Proberaum und von keiner Bühne wegzudenken sind. Auf jeden Fall taten sich vor drei Jahren auch Joe Greenall (voc./ guit.), Nick Fisher (voc./ guit.), Dan McGrath (bass) und Rich Clark (dr.) zusammen, um gemeinsam Alternative mit britischem Melodie-Verständnis und einer Portion Prog Metal zu machen. Im vergangenen Jahr ging’s ins Studio und das Debüt „Obstacles And Playgrounds“ wurde eingespielt, das nun auch die deutschen Plattendealer erreicht.

Der Opener „An Automatic Fear“ klingt nach amerikanischen Post-Hardcore denn nach britischer Insel und kriecht sogleich klanggewaltig in die Gehörgänge, in denen sich das energiegeladene „Motion Sickness“ in gleicher Weise festsetzt. „Scattered Fall“ gibt den Langäxten viel Platz zur Entfaltung und kracht mit voller Wucht aus den Lautsprechern. „Public Show“ startet hingegen mit ruhigem Gesang, der von einer rührigen Gitarrenfraktion begleitet wird. „A Decade In“ gibt mit Prog-Elementen wieder Gas, während „Reflections“ zwischen satten Gitarrenwänden und zurückhaltender Instrumentierung das Tempo hält. Der Titeltrack „Obstacles And Playgrounds“ gefällt mit akzentuiertem Saitenspiel und druckvollen Drums – so langsam scheinen sich die Jungs in einen Rausch zu spielen, der Sound wird frickeliger, „Evacuate“ setzt da noch einen drauf. Spätestens jetzt sollte man die Lautstärke ruhig ein wenig Richtung Anschlag bewegen, um sich das Hirn mit Stakkato-Beats frei pusten zu lassen. Wie die Ruhe nach dem Sturm kommt „Slow“ daher, allerdings sollte man der trügerischen Sanftmut nur bedingt trauen. Stille Wasser sind bekanntlich tief und auch aus diesem Quartett bricht noch mal ungestüme Spielfreude, die sich final in „Whilst We’re On The Subject“ entlädt. Hier wird noch mal gegniedelt was das Zeug hält, womit sich die Herrschaften problemlos als Support für TOOL empfehlen.

Ansonsten haben auf „Obstacles And Playgrounds“ zweifelsohne auch MUSE, AT THE DRIVE-IN und FUGAZI ihre Spuren hinterlassen. DEVICE beweisen ein feines Gespür für instrumentale Finessen und knackige Hooks, allerdings sollte man der Scheibe ein bisschen Zeit geben, nicht alles erschließt sich gleich beim ersten Hören, stattdessen gibt es auch beim zweiten und dritten Durchgang neue Nuancen zu entdecken.

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