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DEVIL MAY CARE - Echoes

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Artist DEVIL MAY CARE
Title Echoes
Homepage DEVIL MAY CARE
Label UNCLE M MUSIC
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Wohin bloß mit all der Energie, all den Gefühlen, die zurückbleiben, wenn ein wichtiger Mensch für immer geht? Die Post-Hardcorer DEVIL MAY CARE haben ihr Ventil gefunden: Ihr zweites Album „Echoes“. Die Würzburger verarbeiten darauf den Tod eines Familienmitglieds und stellen die Frage, welche Spuren wir alle auf der Welt und im Leben unserer engsten Vertrauten hinterlassen. Seit sieben Jahren gibt es die Kapelle von Tim Heberlein (Gesang & Gitarre), Lukas Esslinger (Gitarre), Moritz Hillenbrand (Bass) und Joachim Lindner (Drums) bereits und der eine oder andere hat die Unterfranken vielleicht 2014 auch als Support für STICK FOR YOUR GUN gesehen. Dieser Tage eröffnet der Vierer für CANCER BATS und wird dabei natürlich auch SNummern des neuen Longplayers am Start haben.

Konkret beschäftigen sich DEVIL MAY CARE mit dem Tod von Tims Vater, der starb als der Fronter 18 Jahre alt war. Der Mann hat seinen Sohn als Bassist verschiedener Coverbands und erklärter Rockliebhaber an die Musik herangeführt und da sich in seinem Leben alles um die Musik drehte, war es nur logisch, dass auch die Auseinandersetzung mit seinem Tod musikalisch erfolgen würde. Dies geschieht wie im Opener „Dead Ember“ auf eine aggressive und wütende Weise, die von Scream-Parts, druckvollen Gitarren und einem überbordenden Schlagzeug geprägt ist. Ähnlich wutentbrannt präsentiert sich die Single „Odyssey“, wenngleich das Tempo hier ein wenig gedrosselt bleibt. Das es auch deutlich reduzierter geht, untermauert der Titeltrack „Echoes“, bei dem im wesentlichen nur Tims gefühlvoll-rauer Gesang und eine akustische Gitarre zu hören sind. Derweil sorgt das aufgeräumte „Ghosts“ dafür, dass nicht nur negative Gefühle entstehen. Stattdessen heißt es, hoffnungsvoll nach vorn zu blicken und das Leben anzugehen. Passenderweise heißt die zweite Auskopplung, die zudem straight nach vorn geht, ganz bezeichnend „Our Hope“.

Macht in Summe zwölf Post-Hardcore Songs, deren Sound spiegelt, wie nahe sich Schmerz, Wut, Hoffnung und Liebe sein können, wenn man trauert. Gleichzeitig beweisen sie die Vielseitigkeit von DEVIL MAY CARE, die nicht nur ihr Handwerk verstehen, sondern auch mit hörbarem Herzblut bei der Sache sind. Die Jungs lassen es auf „Echoes“ krachen, zeigen dabei aber nicht nur Wut als erlaubte Emotion und beweisen nicht nur mit dem gleichnamigen knackigen „Empathy“ selbige. Stilistisch haben sie das Rad damit natürlich nicht neu erfunden, aber sie wissen den geneigten Post-Hardcorer mit Herz durchaus zu unterhalten.

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