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DIE BUBEN IM PELZ - Geisterbahn

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Artist DIE BUBEN IM PELZ
Title Geisterbahn
Homepage DIE BUBEN IM PELZ
Label NOISE APPEAL RECORDS
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FM4 ist ein Jugendkulturradiosender des Österreichischen Rundfunks (ORF). Dort moderieren David Pfister und Christian Fuchs. Gleichzeitig singen die beiden Herren auch seit der Gründung 2015 in der Wiener Kapelle DIE BUBEN IM PELZ. Auf dem Zettel haben die Jungs gemeinsam mit Markus Reiter (Gitarre), Christof Baumgartner (Bass), Bernd Supper (Keys) und Gernot Scheithauer (Drums) einen kruden Mix aus Post Punk, Wiener Lied, Rock’n’Roll, Chanson, Todtraurigkeit und Humor. „Geisterbahn“ ist die zweite Langrille nach dem Debüt „Katzenfestung“ und für die Arbeiten am zweiten Streich sind die Ösis von der Donau an die Spree gereist, um gemeinsam mit dem EINSTÜRZENDE-NEUBAUTEN-Bassisten Alexander Hacke an den zehn Songs zu arbeiten. Daheim hat sich der Wiener Produzent Alexander Lausch noch mal der Tracks angenommen und entstanden ist ein kaputt-morbider Mix – ganz so, wie man es von einem Konglomerat der beiden Städte erwarten darf.

Da erhält das Partisanenlied „Bella Ciao“ nicht nur Wiener Schmäh und Melancholie, sondern wird gleich mal komplett in die österreichische Kapitale verpflanzt. Und auch die TON-STEINE-SCHERBEN-Nummer „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ verwirrt zunächst mit dem Wiener Zungenschlag, lässt die Autos aber ebenso im Berliner Wedding wie am Prater brennen. Feinste Schwermut serviert derweil die Ballade „Kodachrom“, die sich in Zeiten wohlfühlt, in denen man noch ein Myspace-Profil hatte und Mix-Kassetten aufnahm. Mit dem Titelstück „Geisterbahn“ zeigen DIE BUBEN IM PELZ ebenso wie beim eröffnenden „Fieber“, dass sie sich jedoch genauso gut auf temporeichen Rock’n’Roll verstehen. „Gott straft das Internet“ heißt es später und wie schön wäre es, wenn es tatsächlich einen alttestamentarischen Rachegott gäbe, der all den Trollen und Hatern im Netz den virtuellen Hals umdrehte.

Ich muss gestehen, dass ich mit dem Wiener Zungenschlag grundsätzlich nicht wirklich klarkomme. Zweifellos passen die mitunter schwarzhumorigen Texte aber durchaus zu diesem Idiom. Schließlich sagt man gerade den Wienern einen besonders düsteren Witz nach. Dieses Klischee bedienen DIE BUBEN IM PELZ mit „Geisterbahn“ ganz hervorragend und irgendwie funktioniert auch die musikalische Berlin-Wien-Connection, die ihren Startpunkt in der geteilten Mauerstadt der frühen Achtziger hat. Im Übrigen hat sich bei DIE BUBEN IM PELZ das Who‘s who der österreichischen Musik-Indie -Avantgarde versammelt, darf man mit den Herren Musikern doch Bands wie FETISH 69, BUNNY LAKE, DIE NEIGUNGSGRUPPE SEX, GEWALT & GUTE LAUNE, SCARABÆUSDREAM, LIGER sowie DESTROYED, BUT NOT DEFEATED in Verbindung bringen.

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