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DIE FANTASTISCHEN VIER - Für dich immer noch Fanta Sie

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Artist DIE FANTASTISCHEN VIER
Title Für dich immer noch Fanta Sie
Homepage DIE FANTASTISCHEN VIER
Label COLUMBIA
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Muss ich die achte Studio-Scheibe der FANTAS überhaupt noch vorstellen? Das Album mit dem wunderbaren Wortspiel „Für dich immer noch Fanta Sie“ im Titel ist zwei Wochen nach der Veröffentlichung auf Platz 1 der Longplay-Charts und dürfte somit schon den einen oder anderen begeisterten Fan gefunden haben. Ich hatte das Vergnügen, einen Großteil der Songs bereits live zu genießen und deshalb kann ich gar nicht anders, als auch zum neuesten Studio-Output der vier Schwaben meinen Senf abzugeben.

Die haben in den inzwischen 21 Jahren ihres Bestehens nie auf der faulen Haut gelegen und so kam es nach den letztjährigen Jubiläumsfeierlichkeiten für die Herrschaften, die inzwischen alle die 40 Lenze hinter sich gelassen haben, gar nicht in Frage, eine nennenswerte Pause einzulegen. Stattdessen ging’s ins Studio, um schließlich 16 Songs auf einem Silberling zu vereinen. Dieser Reigen startet mit viel Dramatik, knackigen Drums und orchestralem Sound bei „Wir Gladiatoren“, wobei natürlich der hintersinnige Sprechgesang der drei Vorturner Thomas D, Smudo und Michi Beck nicht fehlen darf. Nach dem bombastischen Auftakt gibt sich „Dann mach doch mal“ BEASTIE-BOY-like rhythmusverliebt und druckvoll, ehe die radioerprobte Vorabsingle „Gebt uns ruhig die Schuld (den Rest könnt ihr behalten)“ mitsamt Orgelklängen und Handclaps locker-leicht auf den Dancefloor lockt. Den Titeltrack „Für dich immer noch Fanta Sie“ offerieren die Herrschaften in zwei Teilen, wobei der erste Abschnitt grooviger rüberkommt als der frickelige zweite Part im letzten Drittel der Platte. Ganz entspannt und mit jeder Menge Beat und Gebläse geht „Junge trifft Mädchen“ in die nächste Runde, bevor sich „Garnichtsotoll“ mit funky Rhythmen im Ohr festbeißt. Stilistisch lassen sich DIE FANTASTISCHEN VIER im Jahr 2010 nicht festnageln, das ist spätestens mit „Smudo in Zukunft“ klar, denn hier haben für den Uptempo-Gospel-Style vermutlich die BLUES BROTHERS Pate gestanden, während das sich anschließende „Danke“ oldschoolmäßig den Kopf nicken lässt und das entspannte „Die Lösung“ den Text in den Mittelpunkt stellt. Mit „Schnauze“ und „Für immer zusammen“ knallt wohlbekannter Rap aus den Boxen, um bei „Das letzte Mal“ eine Spur psychedelischer zu werden – sozusagen als Zwischenschritt zum elektro-minimalistischen „Kaputt“, das mit schwurbeligen Sounds aus dem Hause And. Ypsilon und brachialen Lyrics im Gedächtnis bleibt. Ein Highlight der Platte ist zweifelsohne das intensive „Mantra“, für das es keinen besseren Interpreten als Thomas D hätte geben können. Ein ruhiger Vertreter mit viel Tiefgang, dem die Frage „Was wollen wir noch mehr?“ folgt. Zum Schluss also noch eine gute Portion Ironie zum Abfeiern mit der implizierten Antwort, dass für FANTA 4 der musikalische Ruhestand wohl noch in weiter Ferne liegt.

Glücklicherweise, denn das Quartett zeigt sich mit dem jüngsten Band-Baby erneut abwechslungsreich und von Stillstand oder gar Langeweile ist auf „Für dich immer noch Fanta Sie“ beileibe nichts zu hören. Musikalisch gehen DIE FANTASTISCHEN VIER dieses Mal ganz unterschiedliche Wege und doch ist die achte Langrille klassischer F4-Stuff, wofür die Stuttgarter Wortakrobaten wieder in gewohnt erstklassiger Manier gesorgt haben.

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