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DIODATI - Souls Lament

VN:F [1.9.22_1171]
Artist DIODATI
Title Souls Lament
Homepage DIODATI
Label BRIGHT LIGHT RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Ein Stück in 3 Akten und elf Bildern, die Klänge von Flügel, Cello und Geige, all dies findet man auf dem neuen Album „Souls Lament“ der Formation DIODATI. Bestehend aus AjNa, Gwydion und Tysja vereinen DIODATI eine Vielzahl an künstlerischen Elementen. Vermischen gewagt die Stile, verbinden Klassik mit Gothic, Wave, Avantgarde, Kunst und Literatur verschiedenster Epochen. Zu dieser Art Kunst trugen einige namhafte Gastsänger und Musiker bei, wie zum Beispiel Alexander Kaschte (SAMSAS TRAUM), der das Mastering der CD übernahm. Stimmlich leisteten Stephanie Meier (DARKWELL, ATARGATIS) und SiS (Soul in Sadness) einen Beitrag, und Ophelia (WESTWERK) unterstützte an der Bassflöte.

Ein Muss ist auf jeden Fall das ergänzende Lesen des Booklets, in dem zu Beginn alle Personen der Handlung vorgestellt werden. Da gibt es zum Beispiel die Großmutter, die im Prolog ein Märchen vorträgt, untermalt von leisen, unheimlich klingenden Tönen. „Erfrorene Welt“ ist ein Duett, bei dem die männliche Stimme Gwydions im Vordergrund steht. Allerdings klingt das Klavier durchgängig dominant, mal schnell und dramatisch, dann wieder ruhig und schmeichelnd. Passend zum Text, den man mit Büchners „Woyzeck“ in Verbindung bringen könnte. Diese Idee erscheint passend, denn Georg Büchner wird unter anderem im Booklet als Mitwirkender im Geiste erwähnt. Die Geschichten werden bildhaft erzählt bzw. gesungen. Bedrohlicher Sprechgesang oder flüsternde Stimmen lassen in mir das Gefühl aufkommen, ein Musical oder Hörspiel zu erleben. Wunderschön klingt „The Garden of my Soul“, mit einem klassischen Zusammenspiel aus Klavier und Geige, was eine traumhafte Stimmung vermittelt. Die Hauptfigur ohne Namen trauert, weil sie in ihrer Seele gefangen ist und es kein Entrinnen gibt. Textlich wunderbar in englischer Sprache beschrieben. Im 2. Akt gefällt mir besonders „Saturn´s Daughter“. Dieses Stück erinnert mich ein wenig an DEINE LAKAIEN, mit der entsprechenden Extravaganz und perfektem Klavierspiel. Weiterhin gibt es auch Auszüge bekannter Kompositionen, die mir allerdings namentlich nicht geläufig sind. Erstaunlich, welche Ausdruckskraft allein durch Klaviermusik aufgebaut werden kann. Man spürt förmlich die Melancholie, die Trauer, den Schmerz und den Todeswillen aufgrund einer unerfüllten Liebe, um die es sich in diesem Stück dreht. Auch Mephistopheles als Figur des Bösen spielt eine Rolle im Song „Our Kingdom without love“, in dem die Hauptfigur die Erkenntnis erlangt, dass man nur mit Liebe existieren kann und damit sogar das Böse verdrängt. Ein weiterer Stilbruch ist das abschließende Nachwort, indem jemand nach einem Radiosender sucht und plötzlich „Kann denn Liebe Sünde sein“ von Zarah Leander erklingt.

Dieses neoklassische Werk verbindet verschiedene Stilmittel einzelner Epochen der Literatur und liefert ein Wechselspiel zwischen alter und neuer Musik. DIODATI erschaffen mit Ihrer persönlichen Note und Kreativität ein Werk voller künstlerischer Ausdruckskraft, das viel Raum zur Interpretation lässt. Ein Album was sich entwickelt, je mehr man sich damit beschäftigt. Vielleicht findet es durch seine Ruhe, Undurchschaubarkeit und teilweise Monotonie nicht viele Liebhaber, aber für alle Klassikbegeisterten, Fans von Lesungen und diejenigen, die gerne mal etwas Neues für sich entdecken ist es auf jeden Fall eine Empfehlung.

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