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DISPARAGED - Overlust

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Artist DISPARAGED
Title Overlust
Homepage DISPARAGED
Label TWILIGHT
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Es muss ja nicht immer der totale Overkill sein. Der Friedhof musikalischer Extravaganzen ist voll von den Leichen überkandidelter Bands, die im Zuge einer geplanten Auto-Sublimation durch ein „Mehr“ an allen Fronten zwar ein kurzes Kopfnicken mathematisch versierter Klosterschüler oder eine aus dem Fremdwörterduden zusammengeschriebene Lobhudelei eines in einer Auflage von 25 selbstgetackerten Exemplaren erscheinenden Undergroundmags gewinnen konnten, dabei aber irgendwie die Orientierung verloren. Spaß, so möchte man meinen, soll es ja auch noch irgendwie machen.

Und genau diesen Satz scheinen sich die Eidgenossen von DISPARAGED auf die blutbeschmierte Fahne geschrieben zu haben (neben einen frech grinsenden Totenschädel, selbstverständlich). Ein sattes Riff, eine elektrisch aufgeladene Rhythmussektion und einen auf die Pauke hauenden Refrain, mehr braucht die Band nicht, um den Hörer über die Länge von elf Stücken und einer guten Dreiviertelstunde in ihren Bann zu ziehen. Dabei ist die Produktion ganz bewusst nicht so „in your face“ geraten wie bei einer Menge vergleichbarer Gruppen, tönen die Vocals nicht aus der untersten Kiste des Familiengrabs und lässt man den Motiven Raum zur Entfaltung, statt sie mit wie Schluckauf hereinplatzenden Breaks ununterbrochen auszutauschen. Dafür bleibt dann auch eine Menge mehr hängen als bei der ob ihrer ach so gnadenlosen Brutalität mit stolzgeschwollener Brust und plattgedrückten Eiern umhermarschierenden Prügelfraktion und springt der unheilige Funke nicht nur sekundenweise und mühselig wie bei einem fast leeren Feuerzeug, sondern wie bei einem ständig voll aufgedrehten Bunsenbrenner über – wenn man einem Unbedarften erklären müsste, was Metal sei, sollte man ihm diese Scheibe vorspielen. Experimente gibt es keine, Ausfälle dafür auch nicht und mit „Godking“ und „Conqueror of the Apocalypse“ sind gleich zwei Over-Songs enthalten.

Buchhalterisch gesehen stimmt die Bilanz also und damit haben DISPARAGED der Bundesregierung schon einmal so einiges voraus – nicht dass man sich Hans Eichel gerne headbangend zu „Overlust“ vorstellen mag. Freunde und Bekannte haben dafür gesorgt, dass zudem das Artwork überzeugend, wenn auch nicht gerade geschmackvoll geraten ist. Auch wenn es nicht immer der totale Overkill sein muss: Es freut einen dann doch, wenn das Qualitätsniveau in allen Bereichen absolute Spitze ist.

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