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DOCTOR MIDNIGHT & THE MERCY CULT - I Declare: Treason

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Artist DOCTOR MIDNIGHT & THE MERCY CULT
Title I Declare: Treason
Homepage DOCTOR MIDNIGHT & THE MERCY CULT
Label SEASON OF MIST
Leserbewertung
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5.6/10 (8 Bewertungen)

Bevor wir uns der Musik zuwenden können, ist hier erst einmal eine Runde Namedropping fällig, denn hinter dem Doctor und seinem Gnadenkult verbirgt sich eine echte Metal-Supergroup: Sänger Hans Erik Dynik Husby ist besser bekannt als langjähriger TURBONEGRO-Frontmann Hank von Helvete, Bassist Tim Skold spielte bei KMFDM und MARILYN MANSON, Gitarrist Anders Odden bei SATYRICON und CELTIC FROST, Schlagzeuger David Husvik bei EXTOL und Audun Stengel kennt man von APOPTYGMA BEZERK. Nordland-Power vom Feinsten also. Und die ist auf „I Declare: Treason“ auch zu hören.

Vor allem aber merkt man, dass sich hier fünf Mann getroffen haben, die keine Lust haben, bestimmten Erwartungen zu genügen, aber sie stellen auch nicht den Anspruch an sich selbst, das Rad neu zu erfinden. „I Declare: Treason“ wird wahrscheinlich nicht als die innovativste Platte aller Zeiten in die Annalen eingehen, dafür gibt es die volle Punktzahl für schönen, gemeinen Spaß und explosive Energie. Die Produktion trifft den richtigen Ton zwischen glasklar und schön dreckig, und Husby klingt wie immer völlig mühelos hart und ruppig. DOCTOR MIDNIGHT haben erfreulicherweise auch keine Angst vor Melodien und schönen Hooks; damit es nicht zu freundlich wird, kommt entweder eine ordentliche Portion Old-School-Industrial dazu, das Tempo zieht kräftig an oder aber die Gitarren legen einen Zahn zu. Spätestens, wenn Husvik sich am Schlagzeug auspowert wie bei „Blame Is The Game“ oder am Schluss von „Bleed Idiot Bleed“, lässt die Band keinen Zweifel daran, dass hier keine Gefangenen gemacht werden. Im Vergleich mit den genannten Powertracks oder auch dem Titelsong fallen die zähen, langsamen Nummernwie „OK (We’re Just About To Die)“ qualitativ ein wenig ab. Der Song hätte geradezu das Zeug zur Rockhymne von MANOWAR-Format, und unwillkürlich fragt man sich, ob das Ganze vielleicht auch nur als lustiger Seitenhieb gemeint ist. So oder so, hier geht in der Mitte ein wenig Druck verloren, bis es zum Ende hin dann wieder mächtig kracht: Der Rausschmeißer (zählt man die beiden Bonustracks vom Digipak nicht mit) ist gleichzeitig einer der herausragenden Songs auf dieser Platte. „Victorious“ hat einen so ohrwurmigen Refrain, wie man ihn bei einem Werk dieses Härtegrades gerade noch vertreten kann, besticht aber auch mit großartigen Bassfiguren, schön in den Vordergrund gemischt, und knackigen Tempowechseln – genial, wie kurz vor Schluss noch einmal einen Gang höher geschaltet wird.

Wenn man überhaupt von einem entspannten Metal-Album sprechen kann, dann ist das hier eines – DOCTOR MIDNIGHT & THE MERCY CULT haben es nämlich nicht nötig, sich krampfhaft die eigene Härte zu beweisen. Stattdessen setzen sie auf Abwechslung, starke Songs und eine saubere Produktion. Das kann sich hören lassen.

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