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DOLDRUMS - The Air Conditioned Nightmare

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Artist DOLDRUMS
Title The Air Conditioned Nightmare
Label SUB POP
Leserbewertung
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9.0/10 (2 Bewertungen)

“Doldrums” nennt man eine nur wenige hundert Kilometer breite Tiefdruckrinne im Atlantik. Sie befindet sich in Äquatornähe und führt dazu, dass bei genereller Windestille in diesem Teil des Ozeans mehrfach am Tag Platzregen und Gewitter mit stürmischen und stark drehenden Böen auftreten. DOLDRUMS nennt sich jedoch auch ein DJ, Produzent und Performer aus Montreal, der 2013 seit Debüt „Lesser Evil“ veröffentlichte. Jetzt legt der 25-jährige Airick Woodhead mit „The Air Conditioned Nightmare” nach und bezieht sich damit auf einen Buchtitel von Henry Miller, der sich in seinem Werk auf die Kluft zwischen Mensch und Natur bezieht, die er bei seiner Rückkehr in die USA 1940 stärker als irgendwo anders empfand.

So weit die Vorgeschichte, was gibt es denn auf „The Air Conditioned Nightmare“ zu hören? Nun, auf jeden Fall keine Gitarren, denn bei DOLDRUMS regiert die Elektronik. Da kommen Samples und DJ-Equipment statt „echter“ Instrumente zum Einsatz – wobei zumindest auch mal Drums zu hören sind. Etwa beim Opener „Hotfoot“, der gleichzeitig auch als erste Single fungiert und Woodheads androgyne Stimme mit perkussiven Melodien vereint. Beim sphärischen „We Awake“ gibt es zudem weiblichen Gastgesang zu hören. Geheimnisvoll schließt sich das flirrende „Video Hostage“ an, bevor „Loops“ auf den Electro-Dancefloor bittet und „iDeath“ die verstörende Brücke zum rasanten „My Friend Simjen“ schlägt. Was hier mit industriell anmutenden Tonfolgen beginnt, erfährt in „Industry City“ seine logische Fortsetzung, ehe „Closer 2 U“ einen vergleichsweise versöhnlichen Schlusspunkt setzt.

Eingängige Melodien sollte man von DOLDRUMS auf „The Air Conditioned Nightmare” nicht erwarten. Vielmehr setzt Mastermind Airick auf allerlei elektronische Störfeuer und unvorhersehbare Breaks, die auf geisterhafte Vocals und Percussions treffen. Der Sound scheint in gewisser Weise zu schweben, zeigt dann aber auch wieder plötzliche Bodenhaftung. Psych-Pop und Alternative-Electro sind zwei Schlagworte, die mir an dieser Stelle noch einfallen und in etwa die Richtung weisen.

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