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DOPING PANDA - Decadence

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Artist DOPING PANDA
Title Decadence
Homepage DOPING PANDA
Label KASTELLAMEDIA
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Ungefähr so lustig wie für einen Japaner dicke, europäische Mädchen in Kimonos und Cosplay-Dress ist es umgekehrt für Europäer, wenn Japaner (und Asiaten allgemein, hüstel) Lederhosen anziehen und Schweinshaxen essen. Oder eben anfangen, Indierock zu machen, oder das, was sie darunter verstehen. Übersetzungsprobleme gibt es eben nicht nur, was das Vokabular angeht, auch die Auffassungsgabe von Gefühl, Machart und Co. wird über mehrere Tausend Kilometer in Mitleidenschaft gezogen – und so kommen wir zu DOPING PANDA; einer Indierock-Formation aus dem Land der aufgehenden Sonne mit ihrem aktuellen Album „Decadence“.

Was als Indierock deklariert wird, endet auf diesem 11-Track-starken Album als schillernde, bunte und hyperaktive Anime-Abspann-Musik, die zwar E-Gitarren beinhaltet, aber in erster Linie aus Synths und Keys besteht. Typisch für europäisch angehauchte Musik aus Japan, englische Titel – und dazu japanische Texte mit englischen Wortfetzen, die einfach nur gewöhnungsbedürftig klingen und irgendwie nach Allem – nur nicht Rockmusik. Auch das androgyne Fashionista-Auftreten der drei Band-Boys (So eine Mischung aus „Maneater“ Nelly Furtado und dem „Rythm Divine“ Enrique plus einem Hauch von Beyoncé) passt nicht ganz in das Bild von rockenden Jeansträgern, untermauert lediglich das asiatische Verständnis von Indie und dass es dem hierzulande irgendwie nicht mehr ganz entspricht. Einen epileptischen Anfall hatte ich beim hören der schnellen Beats, Zungenbrecher und Zuckerwatte-Melodien nicht, stand aber mehrmals kurz davor.

Weniger Indie, mehr J-Rock und auch nur als solcher zu belabeln, weil dieses kleine J musikalisch einfach mehr aussagt als „ich bin der achte Buchstabe des Alphabets“. Das kleine J steht für rasend schnell, nach Plastik riechend und unwirklich. DOPING PANDA sind bestimmt ne klasse Band für die dicken, europäischen Mädels in Kimonos und Cosplay-Dress (auch wenn sie für eine echte J-Rock Band doch zu männlich und ungeschminkt sind) – für alle, die unter Indie-Rock eher so was wie MANDO DIAO und Konsorten verstehen, eher weniger.

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