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DORNENREICH - Hexenwind

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Artist DORNENREICH
Title Hexenwind
Homepage DORNENREICH
Label PROPHECY PRODUCTIONS
Leserbewertung
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7.5/10 (4 Bewertungen)

Gut 5 Jahre sind ins Land gezogen seit dem Release des letzten Geniestreichs der Avantgardisten DORNENREICH. Waren die ersten beiden Alben zuvor noch dem Black Metal zuzuordnen, so reduzierte sich dieser dunkle Anteil bei „Her von Welken Nächten“ doch schon enorm und wich einer prosaischen Kunstform, die nur noch am Rande etwas mit blackigen Sounds in Verbindung gebracht werden konnte. Doch gerade das war wohl auch der Schlüssel zum immensen Erfolg dieser Scheibe und der dazugehörigen Konzerte. Auch unsere selbst veranstaltete Mini-Konzertreise damals war der Hammer, sowohl vom Publikum her als auch von allen Beteiligten. Die auf der Bühne völlig losgelösten Eviga (Gitarre & Gesang) und Valnes (Keys & Gesang) erwiesen sich abseits als vollkommen ruhige, ja fast schüchterne Zeitgenossen, die so gar nicht in die metallische Partywelt passten.

Und gerade dieser ruhige Aspekt wird auf der neuen Scheibe „Hexenwind“ in den Vordergrund gerückt. Stellt euch die akustischen Songs der letzten Platte vor und streckt das Ganze auf 43 Minuten. Metallische Raserei findet nicht statt, und Gitarren werden auch nur rudimentär eingesetzt. „Ich-spiel-in-jeder-Ösi-Band“-Schlagzeuger Moritz Neuner ist ja schon vor etlicher Zeit ausgestiegen, er wäre auch unterbeschäftigt gewesen bei den 3 Songs. Hier ist nicht voluminöser Ballersound gefragt, sondern der ruhige, zurückgenommene, bei dem es auf jeden einzelnen Ton ankommt. In dieses erneute Zauberwerk muss der Hörer in aller Ruhe eintauchen. Wer das schon bei der letzten Scheibe nicht konnte, der braucht es hier erst gar nicht zu versuchen. Der Gesang besteht ausschließlich aus geflüsterten, gehauchten Worten von Eviga und einigen zauberhaften Gesangsmelodien von Valnes. Ich bin gespannt, wie die Songs der letzten Scheibe Live dargeboten werden sollen, wenn sie denn überhaupt aufgeführt werden. Die neuen Stücke kann man sich gar nicht auf einer großen Bühne performt vorstellen, eher in einer abgedunkelten Kneipe bei viel Kerzenschein. Nichts zum Ausrasten, einfach gebannt lauschen und in das DORNENREICH-Universum eintauchen. Über die dazugehörige Lyrik wird vielleicht ein Interview Aufschluss geben. Bis dahin könnt ihr Euch auf der Homepage einen Einblick verschaffen! Passend dazu ist auch das Artwork schön dunkel und einfach gehalten, kommt aber zumindest beim Digi-Pack edel daher mit seinem stumpfen Kartonpapier, welches auch beim gesamten Booklet verwendet wurde.

Zu den Songs: Nicht wundern, „Von der Quelle“ startet gaaanz bedächtig und mit vertonter Stille (Hä?… hört rein), ein schönes Intro mit viel Wind, der die Scheibe später auch beschließt. „Der Hexe flammend’ Blick“ und „Der Hexe nächtlich’ Ritt“ überschreiten beide die 11-Minutenmarke, bevor mit „Aus längst verhalltem Lied“ ein kleines Akustik-Intermezzo folgt. Der Abschlußtrack „Zu Träumen wecke sich, wer kann“ bringt es auf über 13 Minuten, womit klar ist, das dem Hörer hier keine leichte Kost geboten wird.

Faszinierend – Einzigartig – Wenn Hören Fühlen ist…

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