Band Filter

DOTAN - Satellites

VN:F [1.9.22_1171]
Artist DOTAN
Title Satellites
Homepage DOTAN
Label 7 LAYERS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Sage und schreibe 169 Wochen war DOTAN mit seiner 2014er Doppel-Platin-Platte„7 Layers“ in den niederländischen Charts, deren Spitze der Singer/Songwriter natürlich ebenfalls mit dem bis heute meistverkauften niederländischen Album erklommen hatte. Der mittlerweile 34-jährige Sohn einer Niederländerin und eines Israelis macht Popmusik mit Folkeinflüssen und konnte sich mit dem vorgenannten Zweitwerk auch hierzulande bis zum Platz 21 vorkämpfen. 2011 ist bereits das Debüt „Dream Parade“ erschienen und nunmehr steht auch der dritte Streich „Satellites“ in den Regalen.

Der Mann hat sich für die elf neuen Songs Zeit gelassen, vielleicht wollte er aber auch erst Gras über den Skandal wachsen lassen, mit dem er 2018 auf unrühmliche Weise von sich reden machte. Dotan Harpenau wurde vorgeworfen, zur Eigenwerbung mehrere Dutzend Fake-Acounts benutzt zu haben. Hier sollen nicht nur Likes und falsche Anekdoten platziert, sondern auch andere niederländische Künstler getrollt worden sein. Wahrlich nicht gerade die feine Art… Dabei sollte man meinen, dass die Musik in ausreichendem Maße für ihn spricht: Gleich zu Beginn erklingt mit dem Opener „No Words“ DOTANs akustische Gitarre, die auf ein sattes Synthie-Riff trifft. Bei „Mercy”, der aktuellen Single zur Langrille, geht es weniger um Gnade, um die man bittet, sondern um Demut. DOTANs behutsamen Stimme fängt gekonnt das gewaltige Drumming auf. In dem Titeltrack Satellites“ konfrontiert sich DOTAN mit dem Zweifel: Woran zerbrach die Liebe? Welche Abzweigung war die falsche? DOTAN weiß es nicht, kommt zur desillusionierten, ehrlichen Erkenntnis: „We are satellites, we are passing through the dead of night”. Dann erklingen die ruhigen Pianotöne seines Hits Numb“, mit dem er 2019 ein weiteres Kapitel seiner Karriere startete, das im Longplayer seine Vollendung findet. Mit dem Gefühl von Taubheit und mit der Bereitschaft, sich auf dieses negative Gefühl einzulassen, kommt auch die Kraft: „I am fighting with my hands up, feel the bullets rush by my head” heißt es hier. Nach einem gerüttelt Maß an Bombast übernimmt „Mexico“ mit zarten, reduzierten Akustikmelodien, denen sich „Bleeding“ mit munterem Tonfolgen anschließt. Mitsamt großem Besteck und jeder Menge Gefühl setzt „Letting Go“ den emotionalen Reigen fort, der dank „Used To Know“ einen coolen Touch bekommt, um mit der Piano-Nummer „There Will Be A Way“ abermals nicht am Pathos zu sparen. „I Will Follow“ verlegt sich schließlich noch einmal auf minimalistischere Klänge, bevor „With You“ den Gefühlen ein letztes Mal freien Lauf lässt.

Beim Hören von „Satellites“ sind mir BIFFY CLYRO eingefallen, denn deren Sound würde sich vermutlich ganz ähnlich wie der von DOTAN anhören, wenn man die elektrischen Gitarren rauswerfen würde. Weitere Koordinaten finden sich zudem in der Mucke von HOZIER oder auch BASTILLE. DOTAN selbst versteht seinen jüngsten Studio-Output als ein Album gegen die Kälte, die negativen Emotionen und die Einsamkeit. Es handelt davon, die eigene Stimme wiederzufinden, die eigene Kraft zu spüren und den Weg aus der Misere zu erkennen. Ein Unterfangen, dass in Bezug auf DOTAN und „Satellites“ zweifellos aus gelungen bezeichnet werden darf.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu DOTAN