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DOWNSET. - Universal

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Artist DOWNSET.
Title Universal
Homepage DOWNSET.
Label HAWINO RECORDS
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Asche über mein Haupt – Mir war doch tatsächlich nicht bewusst, dass die Urgesteine von DOWNSET noch existieren, dass sie nach 2 vielbeachteten Alben im Jahre 2000 noch eine Scheibe bei Epitaph veröffentlicht haben (“Check your people”). Anfang der 90er machte eine Tour mit RATM sie schon vor dem Release des selbstbetitelten Debüts zu Superstars der damals florierenden Crossover-Szene. Und die dazugehörige Scheibe zählt noch heute zu den Klassikern des Rap/ Metal-Genres, wer kennt nicht das hyperaggressive „Anger“? Scheibe Nr. 2 – ebenfalls noch bei einem Major erschienen – hatte dann weniger Erfolg, was vor allem daran lag, dass man zu steril vorging, sich selbst lediglich kopierte. Danach wurde es lange Zeit ruhig um die Amis, die auch schon immer mit gesellschaftspolitischen Aussagen von sich reden machten…

Und 2004 kehren sie auf einem kleinen Label zurück, immerhin noch mit 3/4 der Urbesetzung, es ist also noch DOWNSET drin, wo DOWNSET draufsteht. Das macht sich auch beim dargebotenen Sound bemerkbar: Es klingt immer noch so, wie vor 10 Jahren, grooviger Metalcore mit Schrei- bzw. Rapvocals. Witzigerweise wirkt das heute wieder auf angenehme Art und Weise charmant und rumpelig, zumal die Produktion Values heuer schlechter ausfallen als bei den damaligen Major Budgets. Das schlechteste Lied hat man gleich an den Anfang gestellt: „All Crews“ nervt mit Simpelrefrain und fehlender Dynamik, danach aber geht es merklich aufwärts und man ertappt sich selbst beim immer stärker werdenden Mitwippen. Die Scheibe wächst: Sei es „Black Glock“ mit dem verschleppten Groove, „Make this Happen“ mit dem geschickt platzierten SOUNDGARDEN-Gitarrenpart oder das titelgebende Schlussstück, welches gehörig fette Riffs in die Landschaft feuert. Außerdem versucht sich Schreihals Rey hin und wieder an cleanen Gesangsparts, die er zwar nicht wirklich beherrscht, die aber andererseits auch wieder charmant wirken. „Charmant“, meine Lieblingsworthülse in dieser Rezi, denn wer spielt heute noch so einen anachronistischen Sound? Wer legt so schön die Finger in die Wunden der amerikanischen Gesellschaft?

Eine Scheibe für alle alten Fans und möglicherweise auch die Generation der Nu Metal Kids, die hierzu mächtig hüpfen kann. Nicht so um Aggressivität und Image bemüht wie viele der aktuellen Kapellen, das hat das Quartett auch einfach nicht mehr nötig. Ich sage ihnen keinen großen kommerziellen Erfolg voraus, was aber nichts mit der Qualität der CD zu tun hat. Schön, dass es sie noch gibt, diese anachronistische, charmante und gerechtigkeitsbesessene Formation…

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