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DRAGONSCLAW - Judgement Day

VN:F [1.9.22_1171]
Artist DRAGONSCLAW
Title Judgement Day
Label KILLER METAL RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
5.0/10 (1 Bewertungen)

“Die waren auch schon mal besser.” Das habe ich als erstes beim Hören dieses Albums gedacht. Was natürlich unfair ist, denn dabei hatte ich gar nicht DRAGONSCLAW im Hinterkopf, sondern JUDAS PRIEST, RIOT oder auch HELLOWEEN. Denn so richtig innovativ wirkt das alles nicht, was die Australier uns hier auftischen. Klar, es muss nicht immer das Rad neu erfunden werden. Aber es auf eine interessante Art neu zu drehen, das wäre doch drin, oder? Man kann das zweite Album von DRAGONSCLAW aus mehreren Gründen mit anderen verwechseln: unter anderem Giles Laverys sehr hohe Stimme (Geschmackssache), die sich immer mit der anderer Powermetaller vergleichen lassen muss und dabei schwächer abschneidet, und die an den Metal der späten 80er und 90er Jahre erinnernden Songstrukturen.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Viele Powermetaller waren Helden auch meiner Jugend. Aber alte Idole, die sich krampfhaft bemühen, es noch einmal allen zu zeigen – das ist doch keine schöne Assoziation, und sie drängt sich mir bei “Judgement Day” auf. Und dabei haben sich DRAGONSCLAW erst vor drei Jahren zusammengetan! Das ganze Ding klingt ein wenig altmodisch und dabei übermäßig angestrengt. Und die Balance zwischen treibender Härte und Melodien kippt doch sehr zugunsten des Dampfhammers. Zwar erklärt die Band im Booklet bei jedem Song, wie er gemeint ist, und weist extra darauf hin, wenn es ihrer Meinung nach eine “very melodic and catchy main hook” zu bestaunen gibt, wie im titelgebenden dritten Song, oder aber dem Hörer “a bit of an Iron Maiden Feel” (“Defenders of tue skies – Part II”) nicht entgehen sollte. Aber diesen Selbsteinschätzungen muss der Kunde ja nicht folgen. Es bleibt ein Eindruck von Hektik und Stress zurück, ich bin froh, als das letzte der neun Stücke verklungen ist – obwohl “Eternally” melodische Ansätze hat, die mich einfangen könnten. Doch das Ohr ist einfach müde.

Das Album scheitert für mich. Und das nicht etwa, weil die vier Jungs ihre Instrumente nicht beherrschen. Hier wird mit großem handwerklichen Können im Steinbruch des Metals malocht. Aber mir fehlt die Originalität. Das kann man natürlich auch “Purismus” oder “oldschool” nennen. Wer’s mag, soll es feiern. Ich nicht.

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