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DREAM THEATER - A dramatic turn of events

VN:F [1.9.22_1171]
Artist DREAM THEATER
Title A dramatic turn of events
Homepage DREAM THEATER
Label ROADRUNNER RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.3/10 (3 Bewertungen)

Der wie eine Bombe in der Szene eingeschlagene Ausstieg von Bandgründer und Drum-Oktopus Mike Portnoy kam wohl für alle Welt überraschend, hievt die Band allerdings musikalisch wieder unangefochten an die Spitze des Prog Metal-Throns! Und DAS ist die noch viel größere Überraschung! Mit Mike Mangini hat man allerdings auch den perfekten Ersatz gefunden, der nicht nur technisch mindestens auf Augenhöhe (wenn nicht gar eher noch höher!) mit Portnoy zockt, sondern auch menschlich besser zum Rest der Truppe zu passen scheint. Portnoy war irgendwie immer für alles in der Band zuständig, auch Promotechnisch. Der Erfolg gab dieser Arbeitsweise auch Recht, spiegelte aber nie den Input der anderen Bandmitglieder wider. Die ließen sich allerdings auch bis zu einem gewissen Grad unterbuttern, was sich eklatant am aktuellen Songmaterial ablesen lässt.

Waren die letzten Scheiben des Traumtheaters eher immer moderner und härter ausgerichtet, was der Band aber auch zweifellos jede Menge neue Fanschichten erschloss (das darf man dabei nicht vergessen!), so war dieser eindeutig auf Portnoys Mist gewachsene Sound den Fans der frühen proggigeren Meisterwerke eher ein Dorn im Auge. Mit dem Augenzwinkernd betitelten „A Dramatic Turn of Events“ kehrt man nun regelrecht befreit zu den Prog Metal-Wahnsinnsabfahrten der früheren Werke zurück, ohne dabei Härte gänzlich ad Acta zu legen. Das Schlagzeug dominiert nicht mehr den Gesamtsound, die restlichen Musiker sprühen förmlich in jeder Note neue Euphorie heraus und die 9 recht langen Mini-Epen leiten jederzeit spannend durch die satten 77 Minuten Spielzeit. Das fette Stakkato-Riffing im leicht orientalisch angehauchten 10-Minüter „Lost not Forgotten“ ist passend furztrocken hart, die Soloabfahrten zu Beginn/ gegen Ende lassen den Instrumentalisten ihren Raum und das ganze Prog-Gebreake und Tempigewechsel hat man so extrem klassisch schon lange nicht mehr aus dem Hause DREAM THEATER gehört! Absolut Fantastisch und im Genre nach wie vor unerreicht! Ebenfalls klassisch und Megasuperb ist der knapp 9 Minuten lange Opener „On the Backs of Angels“, der jeden Zweifler an der Klasse der Kapelle mit neuem Schlagzeuger umgehend verstummen lässt. Mangini trommelt unüberhörbar mit eigener Note auf einem eigenen Planeten! Wer braucht Portnoy? Bei aller Klasse des Mannes, sein Ausstieg kam unüberhörbar zum richtigen Zeitpunkt, damit die Band zu alter Stärke zurückfinden konnte. Was man auch am erhöhten Balladen-Anteil merkt, derer hier gleich drei gefühlvolle Stücke verewigt wurden mit „This is the Life“, „Far from Heaven“ und „Beneath the Surface“. Denen hat man überlange Prog-Wundertüten wie „Bridges in the Sky“ (Mordsriffing!), das vertrackte und mit leicht modernen Elektronika versehene Killerschleicherteil „Outcry“, sowie den Zwölfeinhalbminütigen, sehr gefühlvoll-melodischen Break-Zauber (der Solo-Mittelteil!!!) „Breaking All Illusions“ an die Seite gestellt. Der Sound ist selbstredend brillant und selbst LaBrie-Kritiker müssen dem Frontmann eine Klasse Leistung bescheinigen.

Perfekt also? Nahezu! Man kommt zwar nach wie vor nicht mehr an die ersten beiden Referenz-Meilensteine „When Dream and Day Unite“ und „Images and Words“ ran, musiziert aber dennoch Lichtjahre vor der gesamten Konkurrenz und positioniert sich im eigenen Backkatalog mit dem ersten ohne-Portnoy-Album immerhin auf einer Stufe mit „Awake“, „Scenes from a Memory“ und „Six Degrees of Inner Turbulence“ und untermauert damit einmal mehr seinen Ausnahmestatus! Von dieser einsamen Klasse des neuen Werks bin wohl nicht nur ich überrascht und erfreut. Besser hätte der „Neustart“ nicht gelingen können! Pflichtkauf ohne Wenn und Aber!

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