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DREAM THEATER - Greatest Hit (…and 21 other pretty cool Songs)

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Artist DREAM THEATER
Title Greatest Hit (…and 21 other pretty cool Songs)
Homepage DREAM THEATER
Label RHINO
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Nach einer über 20-jährigen erfolgreichen Karriere ist es wohl nicht mehr von Nöten, die musikalischen Qualitäten von DREAM THEATER zu beschreiben oder zu loben. Die Amerikaner haben das Prog Genre in einem Maße erneuert, dass man schon eher von der Schaffung eines neuen Genres sprechen muss. Ihre Konzertreisen – insbesondere die früheren aufgrund der damals noch vorherrschenden Verblüffung – sind legendäre Feste der Musik, ihre Alben bringen seit 20 Jahren Musikschüler zur Verzweiflung und die Musiker selbst sind gefragte Experten für Musikzeitschriften, die auch eigene Lehr-DVDs produzieren. Insofern versteht es sich wohl von selbst, dass die 22 Songs, die hier zu einer Best Of Anthologie zusammengefasst wurden, von erlesener Qualität sind.

Nun geht es in dieser Besprechung jedoch nicht darum, die Band für bereits bekannte Großtaten nochmals zu loben. Die Frage ist vielmehr, ob sich die Anschaffung des Doppeldeckers lohnt und wenn ja für wen. Das naheliegendste Zielpublikum ist das DREAM THEATER Following, die bekannten Die Hard Fans. Diesen ist als erstes streng abzuraten: Wer die Alben bereits besitzt, braucht diese Zusammenfassung nun wirklich nicht. Geboten werden zum großen Teil die bekannten Album Versionen, bei einigen Songs sogar die Edits, was (leider) nur bedeutet, dass es die bekannten Songs in gekürzten Fassungen zu hören gibt, was insbesondere beim grandiosen „Lie“ eine echte Schande ist. Insofern bietet sich die Scheibe also eher für Leute an, die noch keine Werkschau der New Yorker im heimischen CD-Regal stehen haben. Hier ist es an der Zeit, auf das Konzept dieser Best Of einzugehen. Die Band (bzw. die Plattenfirma) hat die Songs auf zwei CDs verteilt und daraus ein Hell und Dunkel Konzept erstrickt. CD 1 bietet die „Dark Side“, also eher metallische und harte Stücke, die zweite Hälfte, die sogenannte „Light Side“ gesammelte DT Balladen respektive balladeske Stücke. Dies mag zwar auf dem Papier gut klingen, für mich stellt sich das Hörerlebnis dieser zweiten Seite jedoch bedauerlicherweise eher einschläfernd dar. Eine geschlagene Stunde Geklimper, Gitarrengestreichel und ein total einfühlsam singender La Brie ist für sich gesehen doch reichlich undynamisch. So sehr die einzelnen Stücke im Kontext ihrer Alben gefallen, ohne die gewohnte Umgebung verlieren sie an Reiz, da sie hier eben nicht mehr zur Abwechslung beitragen, sondern monoton aneinander gereiht sind.

Schnell raus mit der „Light“ CD, wenden wir uns schleunigst den wahren Knallern im Band Repertoire zu und die sind hart und fetzen. Die beiden Anfangsstücke sind im DT Fankreis sicherlich die einzigen echten Anstoßsteine dieser Veröffentlichung, handelt es sich doch um die „Images and Words“ Klassiker „Pull me under“ (übrigens der Greatest Hit, auf den der Titel ironisch verweist) und „Take the Time“. Diese wurden ihres cheesy 80er Sounds ein wenig entkleidet und klingen jetzt roher und zeitgemäßer. Dafür von meiner Seite viel Applaus, die Stücke ballern jetzt noch mehr als vorher und zeigen die erschütternde Kraft der Band in ihrer ganzen Bandbreite. Für die restlichen Stücke gelten dann die Sätze vom Eingang dieser Rezension. Zu erwähnen ist noch, dass das Jahrhundertdebüt „When Dream and Day unite“ ebenso unberücksichtigt bleibt wie das famose letzte Album „Systematic Chaos“. Geschuldet ist das dem Umstand, dass es sich um eine Abschiedscompilation für Atlantic Records handelt, wo die Herrschaften die längste Zeit ihrer bisherigen Karriere unter Vertrag standen.

Als Resümee muss ich leider vom Kauf abraten. Die einzelnen Songs wirken besser im Kontext der vollständigen Alben. Die zweite CD ist reichlich langweilig, auch Artwork und Ausstattung der Anthologie ist recht lieblos und befördert den Eindruck, dass hier mit wenig Arbeit der Rubel noch mal schön rollen soll und da kann ich nur jedem empfehlen, dass es sich nicht um seinen Rubel handeln sollte! Trotzdem natürlich gerne der Rat an alle, die die Band noch nicht kennen: Hört euch die Platten an, das lohnt sich bei dieser Ausnahmeband immer und immer wieder.

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