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DRECKSAU - Kältekammer

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Artist DRECKSAU
Title Kältekammer
Homepage DRECKSAU
Label TTS MEDIA MUSIC
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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9.0/10 (3 Bewertungen)

Die 1996 entstandene Kappelle DRECKSAU war immer eine kontroverse Band. Aggressive deutsche Texte in Verbindung mit dem Namen und tiefergelegter Musik brachten einige Kritikerherzen in Wallung. Damals als die neue deutsche Härte so richtig durchstartete mit Formationen wie RICHTHOFEN, WEISSGLUT oder eben auch RAMMSTEIN, hatte der Branchenriese Nuclear Blast Interesse an den Nürnbergern gefunden und ihre ersten 2 Alben „Brecher“ und „Schmerz“ lizensiert. Danach folgte noch die relativ melodiöse Mini-CD „Winter“, welche zu Promotionszwecken gedacht war. Aber erst nach Einstieg des neuen Schlagzeugers Rob Reber ging es wieder aufwärts und mit dem nach alter Tradition nur mit einem Wort betitelten Werk „Kältekammer“ sollen die Fanscharen zurückerobert werden.

Zuerst fällt der ungewöhnliche Bonus der Veröffentlichung auf, 10 der 14 Songs sind nämlich noch auf einer zusätzlichen DVD im 5.1 Surround enthalten, nette Sache dies! Aber auch im „normalen“ Stereoton kann das Trio überzeugen, wenngleich kaum etwas neues geboten wird. Die überwiegende Mehrheit der Tracks spielt sich im langsamen bis mittelschwerem Tempo ab, tief gestimmte Gitarren setzen zu einem mörderischen Groove an. Nur selten wird kurz geholzt wie in „Paranoia Population“, was der Abwechslung eindeutig gut tut. Scherer und Seitz grölen dazu in tiefster Monotonie ihren Hass auf die deutsche Gesellschaft hinaus. Überhaupt verdienen die Texte größere Beachtung, da hier mit intelligenter Rhetorik auf soziale Kälte, Vereinsamung und Heimatlosigkeit hingewiesen wird. All dies mit tiefster Verachtung faschistischer Tendenzen, wie auch die Homepage noch einmal deutlich macht. Einmal wird gar Heinrich Heines berühmtes Gedicht „Nachtgedanken“ zitiert.

Auf der musikalischen Ebene findet man sich zwischen CROWBAR und TOTENMOND wieder. Da die einzelnen Stücke wenig Abwechslung bieten, mag man das „kleine Wildschwein“ entweder oder wendet sich schnell ab. Das wird zwar nicht zum Durchbruch reichen, aber ich glaube auch, dass man sich lieber in der fanatischen Anbetung der Stammhörer suhlt, als den eigenen Sound zu verraten. Und darum braucht Deutschlands Musiklandschaft solche Tiere!

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