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DREDG - The Pariah, The Parrot, The Delusion

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Artist DREDG
Title The Pariah, The Parrot, The Delusion
Homepage DREDG
Label VERTIGO
Leserbewertung
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Mein erster Kontakt mit DREDG fand im vergangenen Jahr auf dem AREA 4 statt und stand unter keinem besonders günstigen Stern, da leider der Sound fast ausschließlich aus beinahe schmerzhaften Bässen bestand und die Band irgendwie auch wohl nicht ihren besten Tag hatte. Inzwischen haben die Kalifornier nach einigen Verzögerungen ihr viertes Studioalbum „The Pariah, The Parrot, The Delusion“ im Kasten, das nach den Worten des Sängers und Gitarristen Gavin Hayes textlich stark von Salman Rushdies Essay „A Letter To The 6 Billionth Person“ beeinflusst ist.

Musikalisch bewegen sich die Herrschaften, die seit 1995 teilweise recht experimentellen Alternative/ Progressive Rock machen, mit ihrem jüngsten Output auf teilweise erstaunlich poppigen Gebiet. Ganz eindeutig folgen die kunstschaffenden Herrschaften (allen voran Bassist Drew Roulette) einem bestimmten Konzept, das der besagten Abhandlung aus dem Hause Rushdie geschuldet ist. Der Opener „Pariah“ startet das 18 Tracks und gut 60 Minuten lange Epos mit einem ebenso einprägsamen wie ausladenden Refrain, bevor mit „Drunk Slide“ progressivere Töne zu hören sind, die wiederum von schwelgenden Chören und opulenten Streichern abgelöst werden, die „Ireland“ zum musikalischen Monument wachsen lassen. Im Anschluss gibt es die erste „Stamp of Origin“ zu hören. Dahinter verbergen sich kleine Intermezzi, die im Falle von Pessimistic“ mit perlenden Pianoklängen einhergehen. „Light Switch“ begrüßt den Hörer mit den düsteren Melodien eines Schifferklaviers, das von scheppernden Westernsounds abgelöst wird. „Gathering Pebbles“ und „Information“ verbreitet eingängiges AOR-Feeling, beide verlieren sich leider aber auch ein bisschen in allzu großer Beliebigkeit. Eine deutlich härtere Gangart schlagen DREDG mit dem gitarrendominierten „Saviour“ ein, während das überwiegend instrumentale „R U O K ?“ in gelassener Slow Motion abläuft. Vorzeige-Progrock bietet „I Don’t Know“, das vom fast schon loungigen „Mourning This Morning“ abgelöst wird. Derweil sorgen dramatische Streicher bei „Long Days And Vague Clues“ für Aufregung, die sich beim verträumten „Cartoon Showroom“ in Wohlgefallen auflöst. Rhythmusbetont und mit einer guten Portion Pathos beschert „Quotes“ in unterschiedlichen Tempi Abwechslung, die auch bei „Down To The Cellar“ nicht verloren geht. Hier darf Mr. Hayes am Mikro noch einmal eine Verschnaufpause einlegen, während die Kollegen final mit großen Gesten und emotionalem Bombast aufwarten. Bleibt nur noch die vierte „Stamp of Origin“ mit dem Zusatz „Horizon“, welche die Stimmung des vorausgegangenen Liedes aufnimmt und für ein melancholisches Ende von „The Parish, The Parrot, The Delusion“ sorgt.

Vermutlich wird die Platte das DREDG-Fanlager spalten. Für meinen Geschmack hätten die zweifellos gut gemachten Songs noch mehr Schmackes haben können, denn die Langäxte waren doch an einigen Stellen deutlich unterrepräsentiert. Noch viel mehr interessiert mich, wie wohl die Live-Umsetzung vonstatten gehen wird. Anfang Juni werden die Festivalbesucher von Rock am Ring und Rock am Park davon zu berichten wissen und wem Clubkonzerte mehr zusagen, der kann sich danach auch noch an verschiedenen Orten in der Republik ein eigenes Bild machen.

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